Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Nach dem Krieg

Für den Ölhandel ist der Irakkrieg weitgehend erledigt. Allenfalls die Nachricht vom Tod Saddam Husseins könnte noch kurze Impulse nach unten bringen. Die schwierige Phase der Stabilisierung und des Wiederaufbaus wird der Handel mit Blick auf die irakische Ölproduktion betrachten. Der Einfluss auf die Ölpreise wird zukünftig mit dem Venezuelas, wie man ihn während der dort herrschenden Unruhen erleben konnte, vergleichbar sein.

Es ist also Zeit für ein neues Thema. Es lautet Ölschwemme. Als vor Kriegsbeginn noch unklar war, ob die Ölproduktion für die Versorgung der Welt ausreichen würde, öffnete die OPEC präventiv alle Hähne. Hauptsächlich Saudi Arabien pumpte große Menge in die Märkte. Nun sieht es so aus, als führte diese Maßnahme zu einer Ölschwemme. Den Preisen drohen kräftige Verluste, die nach Meinung von Analysten die 20$-Marke für das Barrel Rohöl unterschreiten könnten. Das versucht die OPEC im Keim zu verhindern. Daher will sie die Produktion schleunigst wieder drosseln. Ein entsprechender Beschluss soll noch im April ergehen.

Eine Ölschwemme als Reaktion auf die Ereignisse der letzten Monate ist durchaus möglich. Es entspräche einem im Winter beschriebenen Szenario für die Nachkriegszeit. Die Auswirkung einer temporären Überflutung sollte nach unserer Meinung allerdings weniger schwerwiegend sein, als ursprünglich angenommen. Wir begründen das mit dem Umstand, dass sich die Ölvorräte der USA, die repräsentativ für die Welt sind, nahe einem historischen Tief befinden. Die Lager könnten also kurzfristig durchaus große Mengen Öl vertragen, ohne dass man von einer Überversorgung sprechen müsste. Und wenn die OPEC ihren zu erwartenden Beschluss über eine Reduktion der Ölförderung schnell umsetzen könnte, würden die Zuflüsse nicht zu besonders hohen Vorräten führen. Also entfiele auch der Grund für einen Preisverfall.

Wir favorisieren in unseren Spekulationen zur zukünftigen Preisentwicklung das Szenario, das einen langfristigen moderaten Aufwärtstrend beschreibt. Es erscheint uns angesichts der Tatsache, dass der Weltölbedarf in den nächsten 20 Jahren um 70-80% steigen wird, als realistisch. Möglicherweise befindet sich der Preis derzeit auf Höhe der langfristigen Aufwärtslinie. Natürlich kann es auch in diesem Szenario zu kurzfristigen kräftigen Preisverfällen kommen.

Heute Morgen ist von Preisverfall keine Rede. Der Gasölpreis zieht leicht an. Die Tonne kostet zur Stunde 226,50$. Das liegt über der Preisspanne von gestern.

Unsere Heizölpreise ziehen ebenfalls leicht an. Ein 12-Monats-Tief haben sie im Bundesdurchschnitt knapp verpasst. Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Chance bereits vertan ist. Es wird vermutlich einen neuen Anlauf geben. Dessen ungeachtet halten wir die Heizölpreise z.Z. für sehr gut. Mit einem Kauf auf dem aktuellen Niveau kann man kaum etwas falsch machen.

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