Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Nachfrage, immer wieder die Nachfrage

Wollen würde er schon. Aber er kann nicht, der Preis. Die Charttechnik zeigt Signale, die für einen Anstieg sprechen. Fundamental werden sie vom Kürzungswillen Saudi Arabiens gestützt. Gegen die Macht der sinkenden Nachfrage läuft aber gar nichts. Gestern musste die OPEC verkünden, dass ihre Volkswirte ebenfalls einen Bedarfsrückgang für zwei aufeinander folgende Jahre errechnet haben. Das gab es seit fast 30 Jahren nicht mehr. Heute wird die IEA (Internationale Energie Agentur) ihre Prognosen vorstellen. Selten war die Nachfrage so gefragt wie in diesen Zeiten. Sie macht den Preis. Nachdem alle Illusionen eines besseren Verlaufs ad acta gelegt sind, wird sich die Charttechnik vermutlich temporär durchsetzen können. Insgesamt erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung für die Preise. Brent und Gasöl liegen bereits in diesem Trend. Nur in New York handelt man US-Rohöl noch im Abwärtstrend. Gestern wurde ein Fünfjahrestief erreicht. Der Dollar gab nach. Er zeigt große Ausschläge in seiner Seitwärtsbewegung.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Saudi Arabien zu weiteren Kürzungen bereit
OPEC Kürzungen
Russisch-ukrainischer Gasstreit
Kalter Winter auf beiden Seiten des Atlantiks
Gigantisches Konjunkturprogramm für die USA angekündigt
Nullzinsen in den USA
Konjunkturprogramm und Zinssenkung in China

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Realisierung der OPEC-Kürzung noch zweifelhaft
Oman kündigt Ausstoßerhöhung an
Globale Rezession
Sogar Chinas Wirtschaft geht in die Knie
Weltweite Nachfrage sinkt
Goldman & Sachs prognostiziert 30 Dollar/Barrel

Unsere Heizölpreise schaukeln seitwärts. Die Probleme im Binnenmarkt hindern die Preise, weiter nachzugeben. Eisgang und zeitweise niedrige Pegelstände schränken die Transportmöglichkeiten zu Wasser ein. Viele Tanklager sind deshalb leer. Ware muss aus weiter entfernten Lagern herangeschafft werden. Das ist zeitraubend und unwirtschaftlich. Die Nachfrage ebbt wegen des hohen Verbrauchs bei echten Wintertemperaturen nicht ab. Leersteher erschweren optimale Tourenplanungen des Handels wegen der erforderlichen Sonderfahrten. Das mindert das transportierbare Gesamtvolumen. Die Lage wird sich erst nach deutlich gestiegenen Temperaturen entspannen.

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