Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Nachkrieghoch

Am Freitag ging die Rallye weiter. Sie trieb die Preise auf ein neues Hoch nach dem Irakkrieg. Wie am Vortag wird als Grund die zu geringe Heizölbevorratung vor dem nahenden Winter angegeben.

Die Preisbewegungen sind schnell und exzessiv. Dennoch kommen sie nicht vollkommen überraschend. Bereits im Sommer deutete sich das aktuelle Heizölproblem an. In unseren meist bullsichen Kommentaren haben wir mehrfach darauf aufmerksam gemacht. Dennoch haben auch wir es nicht geschafft, eine klare Linie in dem durch Spekulationen aufgeheizten Marktgeschehen durchzuhalten. Die außerordentlich hohe Volatilität verunsichert selbst hartgesottene Profis.

Die Versorgung sei ausreichend. Die allgemein geringen Ölbestände seien an den Exzessen schuld, wirft die OPEC ein. Und die seien hausgemacht. Weil die Ölgesellschaften Kosten sparen wollen, gehen sie zu einer Just-In-Time-Strategie über. Öl kommt und wird verarbeitet. Zwischenlagerung wird weitgehend vermieden. Schuld an den Preisen tragen also die Gesellschaften. Die wiederum werfen der OPEC vor, die Preise mit der knapp gehaltenen Förderung nicht billig genug werden zu lassen, damit sich ein kräftiger Lageraufbau lohnt.

Auch das ist eine altbekannte Tatsache, dass die Volatilität steigen wird. Um so wichtiger ist es, dass Verbraucher das Spiel der Preise verfolgen. Es beschert immer wieder günstige Möglichkeiten zum Kauf, obwohl eine Grundtendenz zu steigenden Preisen existiert.

Die Preise haben mittlerweile den dritthöchsten Stand in fortlaufenden Bewegungen der letzten drei Jahre erreicht. Umgerechnet auf Euro sieht die Sache besser aus. Wir zählen mindestens sechs höhere Spitzen zum gegenwärtigen Preis. Der Dollarkurs ist momentan sehr verbraucherfreundlich. Sollte das Vertrauen in die US-Wirtschaft in nächster Zeit zunehmen, müssten wir Europäer uns auf einen weiteren Preistreiber einstellen.

Die von der IEA (Internationale Energie Agentur) herausgegebenen Zahlen über den Weltölbedarf zeigen einen Grund für den aktuellen Hang zu hohen Preisen. Im dritten Quartal 2003 fragte die Welt nach 77,8 Mio. Barrel Rohöl pro Tag. Im vierten Quartal sind es 80,2 Mio. Barrel. Im ersten Quartal 2004 werden es 79,8 Mio. Barrel sein und im zweiten Quartal nur noch 77,4 Mio. Barrel. Öl könnte also in der Tat im Winter wieder billiger werden. Die Kapazitäten für die Weiterverarbeitung zu Heizöl verursachen im Winterhalbjahr allerdings deutliche Verschiebungen zur Grundtendenz. Und diese Kapazitäten lassen in den USA aber auch in Deutschland zu wünschen übrig.

Die Preise bleiben im Mittel also auf Anstieg programmiert. Dennoch rechnen wir nach der rasanten Zunahme nun wieder mit ein paar entspannenderen Tagen.

Verbrauchern, die angesichts der genannten Aussichten geneigt sind, sich genervt vom Heizöl abzuwenden und zum Erdgas zu wechseln, sei gesagt, dass es dort nur Anstiege gibt. Billige Käufe wie im Heizölmarkt sind dort nicht möglich. Die Industrie nutzt jedes neue Hoch der Ölpreise für nachhaltige Preissteigerungen beim Gas. In unseren Charts ?Gaspreisvergleich? wird das deutlich.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis etwas nach. Die Tonne kostet aber die beachtliche Summe von 275,25$.

Unsere Heizölpreise legten abermals zu. Dennoch befinden sie sich in einem Dreijahresvergleich auf einem mittleren Niveau. Daher sollten Verbraucher, die keine Lust haben, Preise eng zu verfolgen, ihren Winterbedarf weiterhin ordern. In den nächsten Tagen werden die Preise vermutlich nachgeben. Darauf sollten Verbraucher, die etwas Arbeit investieren mögen, vor der Bestellung warten. Achtung, die Preisbewegungen können sehr schnell sein. Enge Beobachtung ist nötig. Wer es sich leisten kann, sitzt das Hochpreisproblem in der Hoffnung, dass es im Frühjahr zu einem nennenswerten Preisrückgang kommt, einfach aus.

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