Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Nachwehen

Nun bekommt der Markt die Folgen der knappen Benzinversorgung doch noch zu spüren. Gestern zogen die Preise mit Benzin als Motor wieder an. Vor den heute zur Veröffentlichung anstehenden US-Vorratsdaten ist die Stimmung leicht bullisch. Händler vertreten die Auffassung, dass das aktuelle Niveau Potential für Preissteigerungen bietet.

Es gibt ein Bündel von Gründen, die diese Meinung unterstützen. Die irakische Pipeline zwischen den wichtigen Ölfeldern im Norden des Landes und dem türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan wird weitere 5 Wochen außer Betrieb sein. Bisher wurde jede Wiederinbetriebnahme der Pipeline nach wenigen Tagen mit Bomben beendet. Die Leitung hat inzwischen Symbolwert für den Terrorismus.

In Nigeria bedrohen Streiks die Ölförderung. Bisher konnten Ausfälle vermieden werden. Aber die Gefahr ist noch nicht abgewendet.

In Venezuela ist das Problem, das das Volk mit seinem Präsidenten hat, ungelöst. Es will ihn loswerden. Bisher verläuft der Prozess, den die Verfassung zu diesem Zweck vorsieht, ordnungsgemäß. Aber Chavez wird sich kaum bereitwillig aus dem Amt jagen lassen. Um drohende Streiks in der Ölindustrie zu verhindern, hat der Präsident vorsorglich das Militär eingeschaltet.

Schätzungen zufolge werden die US-Ölvorräte weiterhin rückläufig sein. Sie konnten sich in der letzten Woche zwar etwas erholen. Ingesamt aber sind sie auf einem sehr tiefen Niveau, das nur während des letzten Winters und vor drei Jahren tiefer lag. Zu beiden Zeiten lag der Ölpreis deutlich höher.

Die leichten Preissteigerungen haben fundamentale Gründe. Die Charttechnik, die wir gestern noch als mögliche Ursache für weiter fallende Preise angaben, wurde außer Kraft gesetzt.

Das sich die steigenden Preis kaum beim heimischen Heizöl wiederfinden, liegt am Dollarkurs. Der hat gestern erneut einen kräftigen Rückgang hingelegt. Die Enttäuschung über die US-Arbeitsmarktdaten, die in der letzten Woche veröffentlicht wurden, ist immer noch nicht endgültig verarbeitet. Jetzt müsste der Boden der Frustrationsbewegung gefunden sein. Sollte das nicht der Fall sein, wird der Aufwärtstrend gebrochen.

Heute Morgen steigt der Gasölpreis. Die Tonne kostet zur Stunde 231,50$.

Unsere Heizölpreise bewegen sich leicht aufwärts. Sie stehen unter dem Einfluss steigender Weltmarktpreise, eines fallenden Dollars und steigender Inlandsmargen. Die Entwicklung am Weltmarkt könnte sich heute Nachmittag beschleunigen, wenn die Daten über die US-Ölvorräte wieder starke Rückgänge aufweisen. Der Dollar sollte seinen Boden endlich gefunden haben. Die Inlandsmargen werden noch etwas weiter steigen, weil die Nachfrage das nun zulässt.

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