Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Nervöses Abwarten

Die Marktteilnehmer warten ab. Sie warten auf neue Impulse aus der Wirtschaft oder von den Aktien- und Devisenmärkten. Diesmal warten sie auf die Veröffentlichung der US-Bestandsdaten und das OPEC-Treffen am morgigen Mittwoch. Die US-Bestandsdaten geben durch Zuwachs oder Abfluss Auskunft über den Verbrauch und damit die Wirtschaftstätigkeit in den USA. Sie werden wöchentlich veröffentlicht und müssen wöchentlich für Wetten auf eben genau diesen Umstand herhalten. Wurde wieder mehr verbraucht? Prognose – Enttäuschung oder Bestätigung – Reaktion und Gegenreaktion. Dieses kurzfristige Spiel ist unmöglich vorherzusagen, hat aber in der Regel auch nur begrenzte Wirkung. Trotzdem reicht es, damit der Markt wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrt, wenn die Nachrichtenlage dünn ist. Diese Woche erhält der Mittwoch durch das Treffen der OPEC eine zusätzliche Adelung. Zunächst preschten jene OPEC-Vertreter vor, die für eine Anhebung der Förderquoten votieren. Gestern kam auch hier die Replik. Es werde bereits kräftig über der Quote produziert und deshalb habe eine Erhöhung der Quote keinen Sinn. Recht haben sie. Außerdem muss hinzugefügt werden, dass eine marginale Quotenreduzierung oder -anhebung nur kosmetische Wirkung hat. Die OPEC hat es in der Vergangenheit nicht geschafft mit minimalen Änderungen Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen zu können. Es reicht gerade einmal für die Produktion des Stoffs, aus dem die Wetten der Finanzbranche gemacht sind. Kurzfristig ist nichts zu machen, wobei gerade hier ein Abwärtspotenzial für den Heizölpreis aufgemacht wird. Mittelfristig sind die Wirtschaftsaussichten insbesondere in den USA eher schlecht, was für einen fallenden Ölpreis spricht, aber die nächste Geldschwemme ist bereits von der US-Notenbank in Vorbereitung. Das spekulative Kapital wird weiter inflationären Druck auf alle an Börsen gehandelten Werte ausüben, d.h. das Öl teurer werden wird. Wenn nicht, ja wenn nicht der nächste Crash oder die Panik davor über den Markt hereinbricht. Aber diese Lösung ist noch nicht in Sicht.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Finanzmagier sehen höhere Ölpreise
US-Fahrsaison hat begonnen
Dollar sinkt
Chinas Ölkonsum wächst
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
OPEC wird Liefermengen nicht steigern

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Saudis wollen Ölpreis zwischen 70 und 80 Dollar
US-Konjunktur läuft nicht rund
USA brauchen weniger Benzin
Reduzierte Wachstumsprognosen
Markt ausreichend mit Öl versorgt
Insgesamt hohe US-Bestände
Staatsschulden in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise gaben nach anfänglichem Hin und Her leicht nach. Auch heute wird viel Bewegung an den Börsen am Ende des Tages wenig bringen. Der Markt schaut bei geringem Interesse auf die Ereignisse von Morgen. Als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor seien noch die Unruhen im Jemen genannt. Der Nachbar des größten Ölproduzenten der Welt ist zwar nahezu bedeutungslos, bleibt aber der Nachbar und strahlt insoweit auch Unruhe auf diesen aus. Auch Saudi Arabien muss sich etwas überlegen, wie es mit den Missständen im eigenen Land umgeht, damit nicht aus der leichten Brise des demokratischen Frühlings ein heißer Herbst wird. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: HeikoHarlapp@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen