Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Nervöses Preistreiben ohne Effekt

Erneut endeten die Preise nach einem bewegten Handelstag dort, wo sie sich am Vortag befanden. US-Bestande und beginnende OPEC-Kürzungen waren die bewegenden Faktoren. In der generellen Börsenstimmung spielen die Zeichen für eine Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums eine maßgebliche Rolle. Der Doller hielt ebenfalls sein Niveau zum Vortag.

Mit hohem Interesse wurden die Zahlen über die US-Vorratslage aufgenommen. Erwartet wurde ein deutlicher Aufbau. Der blieb aus. Das führte in ersten Reaktionen zu heftig steigenden Kursen. Nach der Rückbesinnung auf die absolute Höhe der Bestände verlor die wöchentliche Veränderung ihre Bedeutung. Die Kurse brachen ein. Auch nach dem dritten Rückgang in Folge, beim Heizöl war es sogar der vierte Rückgang in Folge, bleiben die Lager komfortabel gefüllt. Mit dem Heizölvorrat sollte ein kalter Winter ohne Versorgungsprobleme gemeistert werden. Die Wetterämter prognostizieren z.Z. einen eher milden Winter.

DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben folgende Werte zu Protokoll:

Rohöl: +2,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,5 (DOE) bzw. 0,4 (API) Mio. Barrel. Die Importe liegen knapp unter der Vorwoche und etwas über dem Vorjahr. Die Raffinerieverfügbarkeit verbesserte sich auf immer noch dürftige 89 Prozent.

Die OPEC ließ wissen, dass seit gestern Kürzungen realisiert werden. Die Meldung trieb die Preise wieder in die Höhe, d.h., auf das Ausgangsniveau des Tages. Da nach wie vor Zweifel an einer nennenswerten Kürzungsfähigkeit des Kartells bestehen, wird der bullische Impuls von dieser Seite als sehr schwach angesehen.

Mehrheitlich beurteilen Analysten den Markt leicht bärisch. Als Hauptargument wird neben der guten Versorgung die nachlassende Wirtschaftsstärke der USA genannt. Hiervon erwartet man eine spürbare Auswirkung auf die Ölnachfrage. Bereits jetzt sei der Markt nach Einschätzung der OPEC überversorgt.

Charttechnisch passt die bärische Einstellung gut ins Bild. Kurzfristig könnte es allerdings eine kleine Gegenreaktion auf den deutlichen Preisrückgang vom Wochenbeginn geben.

Heute Morgen steht der Gasölpreis unter leichtem Abgabedruck. Die Tonne kostet 518,50 $.

Unsere Heizölpreise befinden sich im Abwärtstrend. Dass dieser zuletzt deutlicher ausgefallen ist als am Weltmarkt, liegt am Abbau der Preisüberhöhungen, die während der starken Nachfragephase im September von der Industrie aufgebaut wurden. Mittlerweile bewegen sich die Heizölpreise wieder nahe am internationalen Geschehen. Daher sollte sich der Abwärtstrend abschwächen. Gegenreaktionen werden wahrscheinlicher. Die Lieferzeiten kommen in den meisten Regionen auf einen Normalmaß zurück.

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