Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Neuer Versuch

Die New Yorker Händler greifen nach einem langen Wochenende ab heute wieder in das Handelsgeschehen ein. Sie finden eine unveränderte Situation zur Vorwoche vor. Ein Thema, das sie zu Preisen machen müssen, ist die Wiederherstellung der wichtigen Nord-Pipeline im Irak.

Wie lange wird sie dieses Mal halten? Die Frage ist angebracht angesichts der Tatsache, dass irakische Öleinrichtungen ein gesuchtes Ziel von Terrorbanden sind. Der letzte Versuch, die Pipeline zischen den großen Ölfeldern um Kirkuk und dem türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan zu betreiben, dauerte drei Tage. Sie fiel kaum wieder in Betrieb genommen einem Sprengstoffanschlag zum Opfer. Es gibt wenig Grund zu der Annahme, dass es nun anders sein sollte. Aber den USA als Besatzungsmacht bleibt keine andere Wahl als die wiederkehrende Aufräumarbeit im Stile eines Sisyphos zu schultern. Ab Donnerstag soll durch die Pipeline Öl fließen.

Im Monat August exportierte der Irak nach eigenen Angaben 0,645 Mio. Barrel Rohöl. Das liegt fast im Plan. Im September soll der Export bereits 0,8 Mio. Barrel betragen. Zwar ist man weit von den Vorkriegsmengen von rund 2,5 Mio. Barrel entfernt. Aber derzeit wäre es sogar eine Überraschung, wenn die relativ niedrigen Planzahlen eingehalten werden könnten. Der Markt würde das vermutlich mit fallenden Preisen goutieren.

Neben dem Irak-Thema, das als Evergreen kontinuierliche Auftritte auf dem Börsenrummel hat, wird die Versorgungslage der USA der bestimmende Faktor für die Preisbildung sein. Benzin gibt seine führende Rolle jahreszeitbedingt an Heizöl ab. Damit wird den Märkten kurzfristig Aufwärtspotential genommen.

Der für uns Europäer so wichtige Dollar ist dabei, seine übertriebene Höhe zu korrigieren. Der Chart zeigt heute Morgen eine Konstellation, die bereits das Ende der Abwärtsbewegung sein könnte. Sollte das der Fall sein, wäre die Chance auf fallende Heizölpreise bereits verspielt. Man müsste mit einer seitwärts verlaufenden Preisbewegung bereits zufrieden sein.

Wie zu erwarten war, gab der Gasölpreis gestern nach. Heute Morgen kostet die Tonne 245$. Es sieht so aus, als gäbe es viele Käufer, die bei weiter fallenden Preisen zuschlagen und damit tiefere Preise verhindern.

Unsere Heizölpreise notieren geringfügig tiefer als am Ende der Vorwoche. Trotz gefallener Gasölpreise und einem tieferen Dollarkurs will ein nennenswerter Abstieg nicht gelingen. Die Nachfrage auf dem heimischen Markt zieht gerade kräftig an. Dadurch werden mögliche Preisrückgänge steigenden Margen geopfert. Der Verbraucher hat nichts von freundlichen Bewegungen am Weltmarkt. Insgesamt bleiben die Gefahren für Preissteigerungen größer als die Chancen auf Preisrückgänge. Wir geben eine vorsichtige Kaufempfehlung ab.

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