Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Neutrale Mischung

Die aktuelle Richtung wird gesucht. Die Märkte schickten die Preise gestern in den Keller, um sie schnell wieder da heraus zu holen. Mit der Bewegung wird deutlich, dass sich die Kräfte an den Märkten momentan neutralisieren.

Die fundamentale Lage gibt verhaltenen Anlass, auf sinkende Preise zu setzen. Es sieht so aus, als sei das Angebot derzeit gut. Händler erwarten für diese Annahme eine Bestätigung von den Daten über die US-Ölvorräte, die morgen präsentiert werden.

Der Schock, den die OPEC mit ihrer 0,9 Mio.-Barrel-Kürzung ins Geschehen brachte, wirkt zwar noch verhalten nach. Aber nicht enden wollende Äußerungen, dass das Kartell die 28$-Marke fest im Blick hat und ihr länger anhaltendes Überschreiten mit einem 0,5 Mio.-Barrel-Einschuss beantworten wird, besänftigen. Hilfreich gegen steigende Preise ist auch die klare Haltung Russlands und Norwegens, die sich beide kategorisch gegen Kürzungen aussprechen, um der Wirtschaft nicht zu schaden.

Die mächtigen Fonds haben sich allerdings anders positioniert. Sie standen in der letzten Woche bereits wieder auf der Seite derjenigen, die steigende Preise erwarten. Möglicherweise ist die gestrige Preisbewegung ein Indiz dafür, das diese Gruppe die Preise heraufprügeln will.

Charttechnisch befinden sich die Preise weiter auf unklarem Terrain. Wie gestern Früh kann auch heute nur von einem Bild berichtet werden, das weiterhin einen Aufwärtstrend zulässt. Um das Gegenteil zu erklären, sollte ein Tag mit einer bis zum Ende durchgezogenen Abwärtsbewegung verlaufen. Vielleicht ergibt sich das morgen nach der Veröffentlichung der US-Vorratsdaten.

Ein mögliches Szenario für die kommenden Wochen sehen wir so: Die Preise lassen sich in den nächsten Tagen soweit herab, dass die 28$-Marke der OPEC unterschritten wird. Damit wäre die Grundlage für ein Aufweichen der Kürzung durch eine Steigerung um 0,5 Mio. Barrel pro Tag vom Tisch. Die Kürzungen könnten, zumindest in der Vorstellung der Händler, nachhaltig ihre Wirkung tun und die Preise wieder herauftreiben. Später erkennt man dann, dass trotz der Kürzung genug Öl im Markt ist. Damit wäre die Fahrt für sinkende Preise frei. Auf ein solches Szenario könnten sich auch die Fonds einstellen und endlich mal wieder Geld verdienen, nachdem sie in der letzten Zeit durch falsche Positionierung einige Verluste angehäuft haben.

Heute Morgen steht der Gasölpreis höher als gestern. Die Tonne kostet 256,50$. Gestern rutsche der Preis zeitweise unter die 250$-Marke.

Unsere Heizölpreise haben anscheinend einen kurzfristigen Boden erreicht. Sie drehten gestern Abend leicht aufwärts. Insgesamt erwarten wir eine Bewegung, die sich nun wieder eng am Weltmarkt orientiert. Die inländischen Probleme mit der Schiffbarkeit des Rheins sind erledigt. Die Nachfrage beginnt allerdings wieder anzuziehen. Daher werden die Margen leicht steigen. Unsere Lieferzeiten werden sich verlängern. Das Ab und Auf der Preise sollte uns in den nächsten Wochen erhalten bleiben. Das mittlere Niveau wird sich dabei nach unserer Einschätzung kaum ändern.

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