Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Nicht nur der Krieg

Die Ölpreise wurden in den letzten Wochen im Wesentlichen von drei Faktoren beeinflusst. Es waren der Irakkrieg, der Krieg im Irak und der Irak im Krieg. Fundamental messbare Einflüsse spielten keine Rolle mehr. Gestern zeigten die Preise erstmals seit Kriegbeginn Regungen auf Meldungen, die nicht mit dem Kriegsverlauf zusammenhängen.

Die OPEC macht sich Sorgen über die Ölversorgung der Welt. Die Sorge gilt nicht einer möglichen Verknappung sondern einer Überflutung der Märkte. Daher wurden die Mitglieder des Kartells für den 24. April zu einem außerordentlichen Treffen gerufen. Es sieht so aus, als wolle die Organisation die hohe Ölproduktion beenden.

Ölhändler schickten die Preise für Rohöl nach Bekanntgabe der Einladung um rund 1,5$ in die Höhe. Und weil sie sich in ihrer grundsätzlichen Einstellung getroffen sahen, meinten sie, die Ölproduktion Nigerias, die sie am Vortag noch sehr positiv eingeschätzten, auch weiterhin als gefährdet sehen zu müssen.

Nun stellt sich die Frage, wie die Preisentwicklung weitergehen wird. Wie so oft, ist es eine Betrachtung aus dem Reich der Spekulation. Die Hauptströmung der Analysten tendiert dazu, einen weiteren Preisverfall vorherzusagen. Sie finden sowohl in der fundamentalen als auch in der charttechnischen Situation Indizien für ihre Einstellung.

Als Gegenposition können wir hierzu folgendes anführen. Die OPEC wird, wenn sie eine Überproduktion befürchtet, schnell handeln und Öl aus den Märkten nehmen. Ein Preisverfall wird sich damit längerfristig verhindern lassen. Kurzfristig kann es allerdings zu Überschwingungen nach unten kommen. Charttechnisch ist weiterhin die Möglichkeit für ein Aufsetzen der Preise auf eine langfristige Aufwärtsbewegung, die im November 2001 begann, gegeben. Um die Möglichkeit definitiv auszuschließen, bedürfte es in der nächsten Zeit eines weiteren deutlichen Preisabstiegs.

Heute Morgen ist davon noch nichts zu sehen. Gasöl kostet 213$ pro Tonne. Der Preis liegt in der gestrigen Handelspanne.

Unsere Heizölpreise konnten gestern noch kein neues 12-Monats-Tief festsetzen. Sie sind ohne Veränderung aus dem Tag gegangen. Der Abstand zu den Tiefstständen vom Juni ist allerdings marginal. Daher bleiben wir bei der Aussage, dass wir die Preise für sehr gut halten. Wir können den Kauf auf diesem Niveau empfehlen.

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