Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Nigeria liefert Vorgaben

Das Stimmungskarussell der Ölmärkte wird derzeit von Nigeria gedreht. Über die Streiks im Land gibt es widersprüchliche Meldungen. Da die USA heute ihren Unabhängigkeitstag feiern und die Börsen geschlossen sind, versuchten die Händler gestern die richtige Position für die Zeit, in der sie nicht eingreifen können, zu finden. Das brachte den Preisen viel Bewegung und wenig Gewinn.

Seit einigen Tagen beherrscht Nigeria die Nachrichtenszene an den Ölmärkten. Im Land wird gestreikt. Auslöser waren Benzinpreiserhöhungen von 50%. Die brachten das Volk, das seinen Präsidenten unter latentem Korruptionsverdacht hat und ihn lieber heute als morgen los werden möchte, auf die Straße. Die Streiks könnten die nigerianische Ölindustrie lahm legen und die Versorgung der Welt und insbesondere der USA vor Probleme stellen. Den Ölpreisen bringt die Situation einen kurzfristigen Aufwärtstrend ein.

Prinzipiell hält dieser Trend an. Er brachte im gestrigen Handelsverlauf deutliche Kursgewinne mit sich. Sehr sicher ist sich die Ölszene in ihrer Einschätzung zum Fortgang in Nigeria allerdings nicht. Ein Gerücht, nach dem die Streiks beendet werden sollen, ließ die Preise umgehend fallen. Der Kurssturz verlief heftig, weil die Händler sich in den letzten Handelsminuten vor dem langen Wochenende festlegen mussten, welche Position sie einnehmen. So drehte die bullische Grundstimmung in eine leicht panische Verkaufsstimmung.

Heute Morgen sieht es so aus, als hätte sich an der Streikfront substanziell nichts geändert. Daher sollte der Aufwärtstrend Bestand haben. In New York, wo die emotionalsten Händler der Ölmärkte arbeiten, geht heute aber nichts. Daher erwartet die Fachwelt trotz des bullischen Grundtons keine große Änderung der Preise bis Montag.

Die schlechten Daten über die US-Ölvorräte sind noch nicht vollständig in den Preisen verarbeitet. Gemeinsam mit einer Zuspitzung der Streiks in Nigeria liegt daher ein deftiges Aufwärtspotential für die Ölpreise in der Luft, das sich in der nächsten Woche entladen könnte.

Heute Morgen sinkt der Gasölpreis. Er holt die Verluste aus dem späten Handel in New York nach. Zur Stunde kostet Gasöl 236$ pro Tonne. Im Tagesverlauf sollte sich aber eine eigene Meinung der europäischen Händler durchsetzen.

Unsere Heizölpreise legten gestern Abend zu. Heute Morgen geht es leicht abwärts. Wir sehen für die nächsten Tage weitere Preissteigerungen vorher. Sowohl die Ölpreisentwicklung am Weltmarkt als auch der Chart des Dollarkurses veranlassen uns zu der Spekulation. Sie basiert auf der Annahme, dass Nigeria ein Unruheherd bleibt. Wir raten weiterhin dazu, sich jetzt für ein Jahr mit Heizöl einzudecken.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen