Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Noch mehr Öl?

Ein Krieg gegen den Irak wird als Fakt angesehen. Darüber helfen auch die hehren diplomatischen Ideen der Kriegsgegner nicht hinweg. Was passiert, wenn die Bomben fallen, vermag niemand zu sagen. Es herrscht Unsicherheit. Und diese Unsicherheit ist der größte Motor der aktuellen Ölpreisrallye. Der zweite Antrieb ist eine Sache der USA allein. Die Heizölversorgung kommt mit den tiefen Temperaturen, die das Wetter seit einiger Zeit beschert, nicht zurecht. Es sieht so aus, als sollte dieser Umstand dem Ende zu gehen. Frühling ist in Sicht.

Aber auch ohne Probleme bei der Heizölversorgung ist das Potential für weitere Preissteigerungen in Folge eines Krieges groß. Nun hat sich die OPEC vorgenommen, die Gefahren für den Ölpreis zu reduzieren. Zu diesem Zweck treffen sich heute ihre Vertreter in Wien. Es zeichnet sich bereits im Vorfeld ab, das alles andere als Einigkeit zum Thema herrscht.

Die vordergründige Meinung ist, dass dem Markt jetzt nur mehr Öl helfen kann. Und das ist umso mehr der Fall, wenn der Krieg losbricht. Denn dann werden Mengen aus dem Irak, eventuell aus Kuwait und aus Teilen Saudi Arabiens ausfallen. Es ist allerdings fraglich, ob das Kartell überhaupt in der Lage sein wird, mehr zu produzieren. Es sieht so aus, als hätte lediglich Saudi Arabien noch Kapazitäten zu bieten.

Die Gegenposition lautet: Dem Markt steht z.Z. genug Öl zur Verfügung. Die Engpässe der USA müssten durch die bereits laufenden Fördererhöhungen um ca. 2 Mio. Barrel pro Tag bald ausgeglichen werden. Bei einer Lieferzeit von 5 bis 8 Wochen sollten erste Lieferungen in Kürze verfügbar sein. Zwar gibt es eine über den Prognosen liegende Nachfrage auf Grund des harten Winters. Aber dennoch hat die gegenwärtige Lage nicht den Begriff Versorgungsproblem verdient. Und im Falle des Krieges sollte das Kartell, so die Meinung vieler OPEC-Mitglieder, keine Reaktion zeigen. Denn dann könnte eine Fördererhöhung von islamischen Gruppen als Unterstützung der USA ausgelegt werden, was zu verheerenden Problemen in einzelnen Staaten führen würde.

Es wird heute also spannend im OPEC-Haus. Derweil bewegen sich die Ölpreise nach dem deutlichen Anstieg vom Wochenende etwas orientierungslos. Der Gasölpreis verliert an Wert. Er war allerdings auch unverschämt weit aufgestiegen. Heute Morgen kostet die Tonne 350,50. Das sind 15$ weniger als in der gestrigen Spitze. Volatilität pur.

Unsere Heizölpreise sollten ebenfalls fallen. Allerdings wird es sich dabei nicht um 4% handeln. Da die Inlandspreise grundsätzlich einer starken Dämpfung gegenüber dem Weltmarkt unterliegen, erwarten wir nur geringfügige Korrekturen nach unten. Der starke Aufwärtstrend ist weithin intakt.

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