Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Notmeeting

Die Ölmärkte befinden sich in einer sehr nervösen Verfassung. Die anhaltenden Streiks in Venezuela lassen nicht erkennen, wann das Land wieder Öl liefern kann. Dem Markt fehlen dadurch weiter über 2 Mio. Barrel pro Tag. Die Zukunft in der Golfregion steht unter keinem guten Stern. Der US-Truppenaufmarsch hält unvermindert an. In welche Richtung sich die Region im Falle eines Krieges entwickelt und ob die Ölversorgung von dort auch zukünftig sicher ist, ist alles andere als gewiss. Vor diesem Hintergrund haben die Ölpreise bereits ein hohen Niveau erreicht. Damit aber nicht genug. Die Preise könnten schlimmstenfalls noch erheblich weiter hinauf gehen.

Um dieser Gefahr zu begegnen, hatte die OPEC eilig eine Notsitzung anberaumt. Sie fand am Sonntag statt. Die Vertreter der Organisation, die für rund 1/3 der Weltölproduktion verantwortlich ist, beschlossen abermals eine Erhöhung der Quoten. Die tägliche Förderung wird um 1,5 Mio. Barrel ausgeweitet. Durch diese Maßnahme sollen die fehlenden Mengen aus Venezuela ausgeglichen werden. Sie ist als temporäre Aktion zu verstehen. Die aktuelle Fördermenge beträgt nach dem Beschluss 24 Mio. Barrel pro Tag. Allerdings sind in dem Wert die fehlenden Barrel aus Venezuela enthalten, so dass sich für die effektive Menge lediglich ein Wert von 22 Mio. Barrel pro Tag ergibt. Zum Vergleich: Anfang Dezember betrug die Förderung der OPEC 24,2 Mio. Barrel pro Tag.

Saudi Arabien signalisierte, binnen zwei Wochen zu einer Erhöhung um 2 Mio. Barrel auf 10 Mio. Barrel pro Tag fähig zu sein. Es sieht allerdings so aus, als könnten die anderen OPEC-Staaten die aktuellen Mengen kaum überschreiten. Sie scheinen am Limit zu pumpen. Diese Ahnung wird den Märkten kaum zur Ruhe verhelfen. Konklusion der Notsitzung: Es ist schön zu wissen, dass Saudi Arabien flexibel auf die Marktlage reagieren kann. Aber es ist beunruhigend zu ahnen, dass die Ölproduktion der Welt nicht ohne weiteres mit Fehlmengen wie denen von Venezuela fertig werden kann. Damit wird die Sorge über die Entwicklung im Fall eines Irakkriegs eher verstärkt. Wir befürchten, dass die Ölpreise weiter steigen werden.

Heute Morgen ist davon erfreulicherweise nichts zu sehen. Der Gasölpreis steht mit 257$ pro Tonne unter dem Tageskurs von Freitag.

Unser Heizölpreis gibt ebenfalls nach. Trotz dieses erfreulichen Wochenauftakts sehen wir der Preisentwicklung sorgenvoll entgegen. Uns sind die Signale der OPEC zur Stunde noch nicht klar genug. Das was sich bisher offenbart, sieht nicht nach einem ?Wir haben die Lage im Griff? aus. Damit ist ein weiterer Preisanstieg auf Sicht von ein bis zwei Monaten noch nicht abgewehrt.

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