Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Nun auch noch der Dollar

Während Deutschland am Freitag die Vereinigung feierte, stiegen die Ölpreise weltweit weiter an. Wie vorhergesagt wurde die 30$-Marke für Texas-Öl locker genommen. Derzeit scheinen alle Argumente auf der Seite des teuren Öls versammelt zu sein.

Fundamental gibt die OPEC den Ton an. Ihre Kürzung beflügelt die Preise immer noch. Die von Venezuelas Hugo Chavez ins Spiel gebrachte Diskussion um eine allgemeine Preiserhöhung versuchte Kuwaits Energieminister Scheich Ahmad al-Fahd al-Sabah allerdings aus der Welt zu schaffen. Ihm scheint der Sprengstoff, der in dem Ansinnen steckt, bewusster zu sein, als dem Chaoten Chavez. Die OPEC stehe zu ihrer Preispolitik und werde alles daran setzen, die 28$-Marke für ihr Öl nicht nachhaltig überschreiten zu lassen. Wenn der Preis weiter hoch bleiben sollte, wird es im Dezember sicher keine Diskussion über eine zusätzliche Reduktion geben, so der Scheich.

In Nigeria wird am Donnerstag generalgestreikt, nachdem die Benzinpreise abermals angehoben wurden. Das Land kann sich nach Ansicht der Regierung die Subvention von Benzin nicht mehr leisten. Das Volk ist aber der Meinung, dass der ölreiche Staat eine Verpflichtung hat, seinen Bürgern billiges Benzin zur Verfügung zu stellen. Der Präsident des Nigeria Labour Congress (NLC) Adams Oshiomhole kündigte eine erste Streikwelle über zwei Wochen an.

Die bei Terroristen als Ziel beliebte Pipeline zwischen den irakischen Ölfeldern um Kirkuk und dem türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan wird nach Ansicht von Experten erst in 6 bis 12 Monaten wieder funktionstüchtig sein. Nach der letzten Reparatur war die Pipeline einen Tag lang in Betrieb, bevor ein Anschlag ihr wieder den Gar ausmachte. Nun soll sie ein aufwendigeres Schutzschild bekommen. Der Irak wird bis zur Wiederinbetriebnahme der Pipeline nur über seine südlichen Anlagen am Golf Öl exportieren können. Die Terminals sind mit derzeit 1,2 Mio. Barrel pro Tag an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen.

In Deutschland gibt es immer noch keine grundlegende Änderung bei der Rheinschifffahrt. Zwar sind die Pegel inzwischen etwas angestiegen. Aber es reicht nicht, um einen Ruck in die Transportpreise zu bringen. Jede kleine Verbesserung wird momentan von den Weltmarktpreisen kassiert.

Zu allem Überfluss wendet sich jetzt auch noch der schwächelnde Dollar gegen uns Europäer. Er bekam nach den jüngsten Berichten über den US-Arbeitsmarkt Auftrieb. Es steht zu befürchten, dass nun eine Trendwende auf uns zukommt. Damit verlässt die Verbraucher ihr zuletzt sicherster Partner für moderate Ölpreise.

Charttechnisch sieht es beim Öl derzeit klar aus. Es geht aufwärts. Das vorläufige Ende könnte noch 2 Dollar oder 6-7% weiter oben liegen.

Der Gasölpreis öffnet heute Morgen über seinem Freitagsschluss. Die Tonne kostet 248,50$. Es sieht so aus, als sollte heute die 250$-Marke fallen.

Unsere Heizölpreise haben seit dem 16. September im Mittel gut 10% zugelegt. Nachdem wir uns mit unseren lange währenden Teuerungsbefürchtungen im September auf der falschen Seite wähnten, kam die Bewegung für uns doch überraschend. Und wir können angesichts der Situation außerhalb und innerhalb unserer Landesgrenzen keine baldige Änderung ausmachen. So bleibt Verbrauchern nur die Hoffnung, dass angesichts der drückenden Argumente für steigende Preise alles wieder einmal ganz anders kommt. So etwas gibt es ja in einem börsengetriebenen Markt. Wer sich aber nicht auf derartige Hoffnungen einlassen mag, sollte lieber schnell aber wenig kaufen, ehe der Preis noch weiter davonläuft.

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