Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Nun wird verdaut

Aufwärts oder abwärts? Noch ist nicht klar, in welche Richtung sich die Preise bewegen werden. Der Schock über die Förderkürzung der OPEC hält die Stimmung bullisch. Die nicht zuletzt durch die OPEC selbst ins Spiel gebrachte Möglichkeit einer Überversorgung des Marktes sollte ausufernde Preisanstiege im Zaum halten.

Dass die OPEC von ernsthaften Sorgen über einen Preisverfall getrieben wird, wurde gestern erneut durch einige Offizielle der Organisation kundgetan. Man wird mit Nicht-OPEC-Staaten wie Russland, Mexiko und Norwegen über weitere Schritte für 2004 reden. Allein könne man es nicht schaffen, die Preise stabil zu halten.

Das Kartell befindet sich in einer misslichen Lage. Denn wenn es die Rolle des Preiswächters in einem von Überversorgung bedrohten Markt spielt, muss es sukzessive die Mengen kürzen. Damit verliert es aber kontinuierlich Marktanteile. Mit dem angekündigten Schritt verzichtet die OPEC auf 3,5% ihrer Produktion.

Sollten Gespräche mit den Wettbewerbern nicht zu einer gemeinsamen Linie führen, droht ein Preiskampf. Dabei würden alle Beteiligten den Markt mit Öl überschwemmen und ein Preisdumping veranstalten, das einzelne Lieferstaaten in die Pleite triebe. Das wäre zwar vordergründlich angenehmen für Verbraucherländer, weil Öl billig werden würde. Es brächte aber die ohnehin fragile Welt aus dem Gleichgewicht mit unvorhersehbaren Konsequenzen.

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es solche Situationen. Die führten zu Ölpreisen um die 10$ pro Barrel und Heizölpreisen hierzulande um 0,12 EUR pro Liter. Zwar boomte die Weltwirtschaft damals. Aber es gab einige ernstzunehmende Momente, in der die drohende Pleite einzelner Staaten das System fast zum Einsturz brachte. Schließlich wurde die konzertierte Gangart der OPEC-Staaten wiederentdeckt. Sie sorgte für einen deutlichen Anstieg der Preise. Eine Spanne zwischen 22$ und 28$ für den OPEC-Korb-Preis wird mittlerweile als ausgewogen für Verbraucher und Lieferanten angesehen. Die aktuellen Rohölpreise sind:

OPEC-Korb: 25,59$ pro Barrel
Brent: 26,81$ pro Barrel
WTI (Texas Öl): 28,23$ pro Barrel

Die unterschiedlichen Preise werden durch die Qualität des Öls gerechtfertigt. Je höherwertig das Öl ist, um so kostengünstiger ist seine Weiterverarbeitung.

Ein Preisrückgang wurde im gestrigen Handel auch von weiterhin knapper Verfügbarkeit bei Benzin verhindert.

Der Gasölpreis zeigte sich gestern recht unbewegt. Auch heute Morgen ist kaum Veränderung zu erkennen. Die Tonne kostet zur Stunde 227,75$.

Unsere Heizölpreise zeigten sich wie der Weltmarkt wenig bewegt. Das Inlandsproblem der äußerst angespannten Versorgung im Westen und Süden spitzt sich weiter zu. Der Rhein büßt nach wie vor an Wassertiefe ein. Es ist inzwischen durchaus bemerkenswert, dass nicht schon einzelne Zusammenbrüche der Versorgung aufgetreten sind. Der Handel zeigt in diesen Tagen seine Fähigkeit, auch in widrigen Situationen Lösungen zu finden. Natürlich kostet das etwas mehr als das Übliche. Aber im Drei-Jahres-Vergleich sind die Preise immer noch recht gut.

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