Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Nur Schwung geholt

Gestern kehrten die Händler zur Realität einer äußerst angespannten Versorgungslage insbesondere beim Benzin zurück. Sie wechselten die Richtung der jüngsten Preisentwicklung. Charttechnisch besteht nun ein Steigerungspotential von knapp 10%.

Der Schock über die zusammengebrochene Stromversorgung in weiten Teilen der USA hatte keinen Einfluss auf die gestrige Preisentwicklung. Sie könnte aber in den kommenden Tagen die Psychologie der Energiemärkte beeinflussen. Denn die Vorgänge verdeutlichten eindrucksvoll die Probleme eines knapp bemessenen Versorgungsfundaments. Und das haben die USA derzeit beim Öl.

Die etwas absurd anmutenden Preisrückgänge nach Bekanntgabe der jüngsten Vorratsdaten, deren Informationsgehalt eher schlecht war, fanden gestern ihr Ende. Die Meldung über ein Feuer in einer wichtigen kanadischen Raffinerie lenkte die Aufmerksamkeit der Broker auf die Benzinversorgung. Und die ist bekanntermaßen schlecht. In der Folge wurden Daten über die US-Vorräte uminterpretiert. Sie dienen nun als Begründung für Preisanstiege. Launische Börse.

Die Phantasie geht jetzt so weit, dass man in den kommenden Wochen einen deutlich spürbaren Einfluss sogar auf dem europäischen Markt befürchtet. Ähnlich wie im Frühjahr beim Heizöl muss nun damit gerechnet werden, dass massive Käufe der USA in Europa hierzulande deftige Preissteigerungen beim Benzin bewirken. Das Wildern auf fremden Märkten bringt Unsicherheit ins Geschäft und wird die Preise des gesamten Marktes hochziehen.

Der Korbpreis für OPEC-Öl betrug gestern 28,61$. Er ist nun neun Tage in Folge über der wichtigen 28-Dollar-Marke. Wenn der Preis 20 Tage lange diese Markte nicht unterschreitet, soll ein Automatismus greifen und die Förderung um 0,5 Mio. Barrel pro Tag anheben. Derzeit sieht es danach aus, als werde die Funktion dieses Automatismus getestet.

Heute Morgen legt der Gasölpreis zu. Die Tonne kostet aktuell 244,50$. Das sind 2,6% mehr als gestern Abend.

Unsere Heizölpreise drehen ihren Verlauf. Sie weisen wieder nach oben und folgen einem recht stabilen Aufwärtstrend. Die wirklich gute Kaufgelegenheit wehrte nur kurze Zeit. Aber noch ist der Heizölpreis gut. Verbraucher müssen nun mit einer weiteren Teuerungswelle rechnen. Die hat ihren Ursprung in der lausigen Versorgungslage in den USA. Wir raten dazu, den aktuellen Preis mitzunehmen und sich einen Wintervorrat anzulegen.

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