Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


OPEC überrascht nicht

Die Preise reagierten gestern nervös, als sei von der OPEC Überraschendes zu erwarten. Doch Fehlanzeige, der OPEC-Beschluss überraschte nicht. Das Tagesresultat der Preisbewegung traf schließlich die Prognosen. Rohöl und Co. schlossen teurer.

Die OPEC sieht momentan keinen Handlungsbedarf, lautete die Kernaussage nach dem Meeting in Wien. Der aktuelle Ölpreis ist zufriedenstellend. Man werde allerdings darauf achten, dass das Niveau um die 28$ nicht deutlich nach unten abrutscht. Die Verschiebung des mittleren Referenzpunktes von 25$ auf 28$ begründet man mit dem starken Dollarverfall, der die Erlöse aus Ölverkäufen wertloser macht.

Die nächste Entscheidung über die Fördermengen wird am 10. Februar 2004 fallen. Das ist einen Monat früher als ursprünglich geplant. Die Ölminister deuteten an, dass dann mit einer Kürzung zu rechnen ist. Entscheidungsgrundlage wird die Förderfähigkeit des Iraks sein. Die OPEC-Ölhähne werden in dem Maß gedrosselt, in dem die Produktion im Irak steigt. Aber auch die Ölproduktion Russlands wird genau beobachtet. Sie kann die Mengenfestlegung des Kartells ebenfalls beeinflussen.

Der OPEC-Beschluss fußt auf einer großen Mehrheit der Mitglieder. Lediglich Algerien hätte gerne sofort gekürzt. Vom Energieminister Chakib Khelil ist die Befürchtung zu vernehmen, dass der Ölpreis auf 10$ pro Barrel abrutschen könnte, wenn nicht umgehend reagiert wird. Pikanterweise ist Algerien das Land, das die geringste Quotendisziplin innerhalb des Kartells zeigt. Die Ölproduktion liegt mehr als 50% über der Quote.

Weniger der aktuelle OPEC-Beschluss als vielmehr die Aussichten geben leicht bullische Impulse ab. Ebenfalls leicht bullisch sind die kurzfristigen Wetteraussichten in den USA. Es wird kälter und Schnee soll fallen. Die jüngsten Daten über die Erdgasvorräte der USA zeigen einen kräftigen Abbau. Auch das wirkt etwas preistreibend.

Diese Impulse und die ohnehin bullische Charttechnik lassen kaum etwas anderes erwarten als steigende Preise. Allerdings verlieren die technischen Indikatoren bereits ihre Kraft. Es könnte also sein, dass der technisch motivierte Preisanstieg bald schon beendet ist.

Gasöl hat sich weiter verteuert. Die Tonne kostet aktuell 261$.

Unsere Heizölpreise bewegen sich weiter uneinheitlich. Im Bundesdurchschnitt verteuern sie sich minimal. Wir erwarten einen leichten aber unspektakulären Anstieg in den kommenden Tagen. Die Preise bleiben auf einem guten Niveau für notwendige Käufe. Die Aussichten lassen Spielraum für Billig-Preis-Phantasien im Verlauf des Winters.

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