Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


OPEC überrascht

Das war nicht das allgemein erwartete Ergebnis. Deshalb war es für einen Preissprung gut. Die Rede ist von der OPEC-Entscheidung über die zukünftigen Liefermengen. Sie werden nicht erhöht. Also wurden die Preise erhöht. Die Veröffentlichung der US-Bestandsdaten verkam neben der OPEC-Schlagzeile zu einer Randnotiz. Sie hinterließ keine Note an den Börsen.

Das geht auch deshalb in Ordnung, weil DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) widersprüchliche Daten vorlegten, die zum interessantesten Thema, der US-Benzinnachfrage, unterschiedliche Interpretationen zulassen. Die Frage, ob Verbraucher der ihnen von Volkswirten und Finanzjongleuren zugewiesenen Aufgabe, so viel Benzin wie möglich zu verbrauchen, nun wieder gerecht werden, bleibt unbeantwortet. Eine hypothetische Antwort lautet: Wahrscheinlich nicht. Die Lagerdaten lauten wie folgt:

Rohöl: -4,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: +2,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,4 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,8 (DOE) bzw. 4,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist auf 87 Prozent gestiegen. Sie nähert sich langsam einem Normalwert. Der folgt allerdings nicht aus dem, was man als Normalisierung des Marktes oder Rückkehr zum exzessiven Verbrauch bezeichnen würde, sondern durch einige aus dem Verkehr gezogene Raffinerien. Der Füllgrad der Lager bleibt trotz des hohen Rückgangs in den Rohöltanks hoch bis sehr hoch.

Die OPEC hat dem Vernehmen nach hart um ihre Entscheidung gerungen. Sie fiel sehr knapp. Saudi Arabien drängte inständig auf eine Erhöhung. Einige Länder folgten den Argumenten, andere nicht. Nun stellen sich zwei Fragen. Braucht die Welt kurzfristig tatsächlich mehr Öl? Sind die Gegner einer Fördererhöhung überhaupt zu einer solchen in der Lage? Sollten die Antworten Nein und Ja lauten, hätte der Ölpreis deutlichen Spielraum zu fallen. Er wäre ausschließlich durch die Finanzszene in eine unerhörte Höhe getrieben. Sollten die Antworten hingegen Ja und Nein lauten, wäre Knappheit zum Greifen nahe. Dann hätte der hohe Ölpreis eine marktgerechte Basis. Die Finanzspielereien wären lediglich unangenehmes Beiwerk. Gleichartige Antworten, Nein und Nein sowie Ja und Ja würden auf gleichwertige Einflüsse aus Markt und Finanzwirtschaft hindeuten.

Saudi Arabien ist mit der Entscheidung nicht einverstanden. Das Land liefert bereits mehr Öl als durch das Kartell zugestanden wird. Da dieser Umstand keine nachgebenden Preise zur Folge hat, gibt es keinen lautstarken Protest in den eigenen Reihen. In den Reihen der Kunden ist der ohnehin nicht zu finden. Der nächste Termin für eine Revision der Entscheidung ist plangemäß im Dezember. Man wird sich vermutlich früher und außerplanmäßig treffen.

Begünstigt wird ein Anstieg der Ölpreise von steigenden Prognosen über die Steigerung der Ölnachfrage. Diese doppelte Steigerung liefert ausreichend Grund auf Verbraucher beängstigend und auf Finanzjongleure beglückend zu wirken. Gesteigert wird nicht in den alten Industrienationen. Gesteigert wird in den Wachstumsländern, allen voran China. Ein haltloses Durchmarschieren der Preise wird nur verhindert, weil die Wirtschaft in den USA nicht auf den alten Wachstumspfad zurückfindet. Das Land wird seinen eigenen Ansprüchen in keiner Weise gerecht. Es leidet. Dieser Umstand legt der Finanzszene Fesseln an. Statt Preislauf gibt es Preisgang. Nach oben führen beide Varianten, solange das Finanzsystem hält. Dass es längerfristig hält, ist alles andere als sicher. Griechenland könnte es bald zum Einsturz bringen. Hinter Griechenland stehen potentere Ruinen, Spanien, Italien, die USA, um einige zu nennen. Bricht eine, brechen alle. Sie könnten aber auch alle halten. Qué Será?

Heute Morgen halten die Preise das gestern erreichte Niveau. Sie marschieren weder nach oben noch nach unten. Die Tatsache gibt die allgemeine Verunsicherung der Preistreiber gut wider. Die Tonne Gasöl kostet 986,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,29 und in London zu 117,93 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 68,44 Eurocent.

Unsere Heizölpreise folgten dem Drang der Ölbörsen zu Höherem. Der Dollar bremste gestern nicht. Er verstärkte den Lauf, denn er arbeitete ausnahmsweise im Gleichtakt mit den Öltiteln. Deshalb verteuerte sich Heizöl deutlich. Um aus dem Tagesgeschehen einen Trend abzuleiten, ist es zu früh. Eine wachsende Gefahr zu höheren Preisen kann man durchaus ableiten. Es ist mal wieder wenig verheißungsvoll, auf nennenswert fallende Preise zu setzen. Wie so oft in den letzten drei Jahren wird der Wartende am Ende eher zu höheren als zu tieferen Heizölpreisen kaufen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

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