Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


OPEC besorgt über Preise

Und wieder haben die Rohölpreise ein neues Allzeithoch seit Einführung des New Yorker Futures Handels im Jahre 1883 erreicht. Während der letzten 130 Jahre war Rohöl lediglich zur Zeit des Irak-Iran-Krieges im Jahr 1981 teurer als heute. Damals befand sich die Welt in der zweiten Ölkrise der jüngeren Geschichte. Der Aufwärtstrend der Preise ist weiterhin stabil. Eine kurzfristige Gegenreaktion auf den Anstieg der letzten Tage ist allerdings überfällig.

Die OPEC macht sich Sorgen über den unaufhaltsamen Preisanstieg. Sie sieht die Weltwirtschaft nun doch gefährdet. Aus den Reihen des Kartells wird man nicht müde zu betonen, dass die Teuerung weder die Absicht der OPEC sei noch auf irgendeine ihrer Maßnahmen zurückgehe. Es wird bezweifelt, dass die OPEC derzeit in der Lage ist, die Preise ins Lot zu holen. Der Höhenflug hat gewichtige Gründe, die nur relativ wenig mit der Produktionsseite zu tun haben. Dennoch will man sich jetzt um Entspannung bemühen. Anlässlich eine Treffens von Produzenten und Verbrauchern zwischen dem 22. und 24. Mai in Amsterdam könnte es bereits zum Beschluss kommen, die Quoten um 1-1,5 Mio. Barrel pro Tag anzuheben.

Aktuell produziert die OPEC bis zu 2 Mio. Barrel pro Tag über den Quoten. Eine Quotenanhebung würde real keine Veränderung bringen. Allenfalls der gute Wille könnte als Auslöser der überfälligen Gegenreaktion der Märkte funktionieren. Einen längerfristigen Preisverfall würde die Maßnahme vermutlich nicht einleiten.

Da macht eine sich abzeichnende Abkühlung des chinesischen Wirtschaftsbooms schon mehr Hoffnung. Das Land ist in der momentanen Verfassung nicht nur Hoffnungsträger für die verunsicherte Weltwirtschaft. Es ist gleichzeitig eine ernsthafte Bedrohung für die weltweiten Ressourcen und für das Klima. Als sechstgrößte Ökonomie der Erde verpulvert China die zweithöchste Ölmenge. Dieses Missverhältnis zeugt von dem Raubbau und der Verschwendung der Boomjahre. Ein solider Aufbau erfordert eine solide Energiepolitik, die die Endlichkeit der Vorräte berücksichtigt.

Ähnlich verhält es sich in den USA. Die benzinfressenden Automonster, die dort weitverbreitet sind, stehen im Widerspruch zu der maroden Infrastruktur zur Produktion von Benzin. Das Land lebt mindestens beim Benzinverbrauch vollkommen über seinen Verhältnissen. Darunter leidet inzwischen die ganze Welt in Form von hohen Benzin- und Ölpreisen.

Hoffnung auf Besserung gibt es angesichts der ausweglosen Lage im Irak nicht. Anders als direkt nach Ausbruch des Krieges, als man nach ersten schnellen Erfolgen voll der Phantasie über eine rosige Ölzukunft war, fällt die Welt nun in eine Öldepression. Sie treibt die Preise immer weiter in die Höhe. Aber genau darin steckt schließlich die Chance, dass sich insbesondere die Energievernichter dieser Erde endlich dazu berufen fühlen, verantwortlicher weil sparsamer mit unseren Ressourcen umzugehen.

Das wird noch einige Zeit dauern. Das wissen die Fonds und setzen daher weiter auf steigende Preise. Sie sind damit Anstifter und Nutznießer der Steigerungen.

Der Dollar hält still. Zwar gibt es immer wieder Versuche der Währung, sich gegenüber dem Euro zu verteuern. Wirklich erfolgreich waren die in den letzten Wochen aber nicht. Der Dollar bewegt sich eher seitwärts.

Der Gasölpreis geht auf dem Niveau vom Freitag in die neue Woche. Mit 333$ pro Tonne ist es teuer.

Unsere Heizölreise bewegen sich im Wesentlichen mit dem Weltmarkt. Der wankelmütige Dollar verfälscht den Trend des Öls nur tageweise. Wir gehen davon aus, das Heizöl grundsätzlich teurer werden wird. Allerdings ist kurzfristig eine kleine Aufhellung in Form von etwas nachgebenden Preisen fällig. Das jedenfalls gebietet die Charttechnik. Bisweilen macht die auch das, was ihre Anhänger von ihr erwarten.

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