Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


OPEC entwickelt Einsicht

Die Ölnotierungen fielen gestern deutlich. Sie folgten damit den Erwartungen nach einer Gegenreaktion auf die kräftigen Preissteigerungen der letzten Wochen. Und auch der Dollar zeigte Zurückhaltung in seinem frischen Aufwärtstrend. Hier könnte sich ebenfalls eine Gegenreaktion entwickeln.

Ausgelöst wurde die gegen den herrschenden Trend gerichtete Bewegung von Aussagen aus OPEC-Kreisen, dass man darüber nachdenkt, das Ölangebot zu erhöhen, und durch unerwartete Anstiege in den US-Rohöllagern.

Wenn die Ölpreise in den kommenden zwei Wochen auf dem aktuell hohen Niveau bleiben, ist eine Erhöhung des OPEC-Angebots wahrscheinlich. Kartellmitglieder zeigten sich über die hohen Preise überrascht. Man hat die Lage vermutlich falsch eingeschätzt. Vorsichtige Kritik über die Zuverlässigkeit der eigenen Produktions- und Nachfrageprognosen wird hörbar. Diese Prognosen wurden allerdings durch die europäische IEA bestätigt. Möglicherweise wird in beiden Lagern mit veralteten Modellen gerechnet. Es könnte sein, dass die jüngste Quotenreduktion zurückgenommen wird. Das nächste OPEC-Treffen ist für den 31. März anberaumt. Die Minister können sich aber auch am Telefon über eine Quotenänderung einigen.

Die wöchentlich veröffentlichten Daten über die Lage in den US-Öllagern brachte gestern eine kleine Überraschung. API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) stellten fest, dass sich in den Rohöllagern 1,6 bzw. 2,0 Mio. Barrel mehr Öl als in der Vorwoche befinden. In Prognosen ging man von einem kleinen Verlust aus. Das DOE spekuliert bereits, dass der Aufbau ein erstes Zeichen für eine frühe Wende sein könnte. Üblicherweise gibt es zwischen Ende Februar und Ende April einen deutlichen Rohölaufbau in den Lagern.

Die raffinierten Produkte folgten ansatzweise den Erwartungen. Heizöl und Diesel verloren 2,0 bzw. 0,1 Mio. Barrel zur Vorwoche. Benzin verlor 1,8 bzw. 1,4 Mio. Barrel. Damit liegt das kritisch verfolgte Benzin wieder etwas schlechter als in den Prognosen. Gestern konnte das den Kursverlauf jedoch nicht beeinflussen. Die Importe insbesondere von Rohöl sind weiterhin sehr hoch.

Charttechnisch hat sich mit der gestrigen Kursbewegung ein Bild ergeben, dass den Fortgang einer Gegenreaktion erwarten lässt. Der längerfristige Aufwärtstrend für Rohöl bleibt aber vollkommen unberührt. Etwas besser ist das Bild beim dollarnotierten Heizöl. Hier sieht es nach einem Abschwung in einer mittelfristigen Seitwärtsbewegung aus.

Der Dollar verfolgte gestern zunächst seinem neu gewonnen Aufwärtstrend zum Euro. Im Tagesverlauf riss der Lauf aber plötzlich ab. Nun spricht der Chart ebenfalls für eine Gegenreaktion auf die rasanten Kursgewinne der letzten Wochen.

Gasöl verlor gestern kräftig an Wert. Zeitweise tändelte der Preis sogar an der 270$-Marke. Heute Morgen stabilisiert er sich bei 275,75$ für die Tonne.

Unsere Heizölpreise erlebten nach Tagen des Anstiegs endlich mal wieder eine nennenswerte Verbilligung. Wir gehen davon aus, dass sie nur kurzfristig anhält. Der Durchschnittspreis bleibt damit gerade noch in der als gut kaufbar anzusehenden Zone. Vor einem Jahr waren 3000 Liter Heizöl im Schnitt 20% teurer als heute. Damals standen die Preise kurz vor ihrem kriegsbedingten Hoch.

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