Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


OPEC läuft sich warm

Rohöl wurde gestern teurer. Aber der Dollar verbilligte sich wieder dramatisch. Damit steht unser Heizöl unter Preisdruck. Das allerdings ist in diesen Tagen nackte Theorie. Die Praxis ist, dass Tanklager entlang des Rheins teilweise leer sind und über den Fluss keinen Nachschub bekommen. Daher bleibt Heizöl im Verhältnis zum Weltmarkt teuer.

Vor dem morgigen OPEC-Treffen laufen sich die Teilnehmer warm. Sie geben ihre Positionen öffentlich bekannt. Die große Mehrheit wird für ein Beibehalten der gültigen Quotierung stimmen. Venezuela und Nigeria äußerten sich bereits in diesem Sinn. Beide Länder haben Schwierigkeiten, ihre Quoten auszuschöpfen. Unruhen im Land wirken sich negativ auf die Ölförderung aus. Aus Nigeria werden Verladeprobleme gemeldet, die u.a. als Grund für die gestrigen Preissteigerungen genannt werden.

Die einzig bekannte Forderung nach einer Erhöhung der Liefermengen stammt aus Algerien. Das Land reklamiert das Recht, seine Mengen von 0,8 auf 1,1 Mio. Barrel steigern zu dürfen. In letzten Zahlen wird eine laufende Förderung von 1,3 Mio. Barrel genannt.

Die spekulative Situation um den Ölpreis hat sich in den letzten Wochen komplett geändert. Seit Anfang September verkauften Fonds massiv ihre Positionen auf steigende Ölpreise. Inzwischen gibt es eine Mehrheit, die auf weiter fallende Kurse spekuliert. Damit herrscht Einigkeit unter großen und kleinen Spekulanten. Alle sind der Meinung, dass der Ölpreis weiter fällt. Große Spekulanten sind Fonds, die mit ihren Mitteln den Preis beeinflussen können. Kleine Spekulanten sind hierzu nicht in der Lage.

Die Meinung wird charttechnisch bestätigt, wenngleich die kurzfristige Bewegung aufwärts gerichtet ist. Sie wird als Gegenreaktion zu den starken Verlusten der vergangenen drei Wochen angesehen.

Heute Morgen fällt der Gasölpreis leicht, nachdem er gestern zulegen konnte. Mit 211,50$ pro Tonne ist Gasöl teurer als gestern Morgen. Europäer muss das nicht interessieren. Auf Grund des starken Dollarrückgangs ist Öl billiger als gestern.

Unsere Heizölpreise leiden in weiten Teilen Deutschlands an Wassermangel. Daher können sie den Abwärtsschwung nicht frei entfalten. Im Gegenteil, so lange der Rhein keinen Nachschub zulässt, wird sich Heizöl im Westen und Süden verteuern. Im Norden läuft es richtig. Dort kann sich der Verbraucher orientieren, wo der Heizölpreis liegen müsste. Heizöl sollte eigentlich billig sein. So aber ist dem Preis in den betroffenen Regionen nur ein mittleres Niveau vergönnt. Wer unbedingt Heizöl braucht, muss zwar noch keine Apothekenpreise bezahlen. Aber dem Geduldigen winken deutlich bessere Preise.

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