Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


OPEC senkt Quoten nicht

Die OPEC-Entscheidung kam nicht unerwartet. Daher bot sie dem Markt wenig Grund für Kursbewegungen. Die gestern veröffentlichten Bestandsmeldungen schockten hingegen die Händler. Sie trieben die Rohpreise innerhalb von Minuten um fast einen Dollar höher.

Obwohl im Vorfeld der gestrigen OPEC-Tagung Stimmung gemacht wurde, die Förderquoten zu senken, wird die Entscheidung, sie zunächst unverändert zu belassen, als folgerichtig eingeschätzt. Die Preisentwicklung der letzten Wochen mit ihrem sehr stabilen Aufwärtstrend ließ eine andere Möglichkeit kaum zu. Die Diskussion der Kartell-Vertreter machte deutlich, dass ihre Absichten wesentlich vom Fortschritt der irakischen Ölindustrie geprägt sind. Sie stehen bereit, jederzeit zu handeln, wenn aus dem Irak größere Ölströme fließen werden. Da das aber immer weniger wahrscheinlich ist, sehen sie momentan keinen Grund für Eingriffe. Die hohen Ölpreise sind u.a. ein Ausdruck für die Marktmeinung über die Vorgänge im Irak. Und die fällt zunehmend schlechter aus.

Das mit Spannung erwartete OPEC-Treffen wurde gestern vollkommen unerwartet in die zweite Reihe des Interesses gedrängt. Die Show machten die Veröffentlichungen der aktuellen US-Vorratsdaten. Die Märkte erwarteten in allen Disziplinen einen Aufbau. Sie bekamen aber einen saftigen Rückgang von bis zu 4,6 Mio. Barrel beim Rohöl geboten. Der hinterließ ohne Zeitverzögerung seine Spuren im Preischart. Für Heizöl und Diesel wurde von den beiden berichtenden Institutionen ein Aufbau von 2,3 bzw. 2,8 Mio. Barrel gemeldet. Beim Benzin sehen sie den Status unterschiedlich. Ein schwaches Plus von 0,4 Mio. Barrel und ein starkes Plus von 2,6 Mio. Barrel wurden gemeldet. Obwohl die Werte für die raffinierten Produkte nicht schlecht ausfielen, zogen auch deren Notierungen kräftig an. Der Rohölschock nahm alle Ölwaren in preisliche Sippenhaft.

Charttechnisch liegt die Preisbewegung vollkommen auf Linie. Sie untermauert den starken Aufwärtstrend. Eine Übertreibung ist im gestrigen Anstieg nicht zu erkennen. Der Dollar verlor wieder an Wert, so dass der Ölpreisanstieg in Europa Kompensation bekommt. Allerdings zeigt der Chart der Währung nur noch eine Seitwärtsbewegung. Daher ist zu erwarten, dass sich die Ölpreissteigerungen am Weltmarkt früher oder später im heimischen Markt wiederfinden werden.

Heute Morgen bleibt der Gasölpreis fast unverändert. Mit 241,50$ pro Tonne steht er am oberen Rand der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise legten gestern bereits zu. Nur Bayern tanzte aus der Reihe. Der nach Pfingsten einsetzende Nachfragerückgang schaffte in der notorischen Spitzenpreisregion etwas Luft. Heute Morgen bleiben die Preise zunächst unbewegt. Auch wenn in den nächsten Tagen kleine Preisrückgänge folgen könnten, sollten sich Verbraucher auf eine langsame Verteuerung des Brennstoffs einstellen. Wir sind weiter der Meinung, dass es sich lohnt, jetzt Heizöl zu kaufen. Nennenswert billiger wird es in den nächsten Monaten nicht werden.

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