Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


OPEC stoppte Preisrückgang

Die letzte Woche lief komplett gegen den jüngsten Trend fallender Preise. Am Weltmarkt verteuerten sich Rohöl und Heizöl täglich. Der Auslöser war die OPEC-Entscheidung, die Quoten ab April zu kürzen. Die abermals gesunkenen US-Vorräte und das kalte Wetter unterstützen die Teuerung.

Seit 49 Tagen befindet sich der Preis für OPEC-Öl nun über der vom Kartell definierten Eingriffsgrenze von 28$. Wenn der Preis 20 Tage ununterbrochen über dieser Grenze liegt, erfolgt eine automatische Steigerung der Liefermengen um 0,5 Mio. Barrel pro Tag. So sieht es ein alter OPEC-Beschluss vor. Der ist zwar noch nicht aufgehoben. Er entpuppt sich aber erneut als Makulatur. Statt mehr zu produzieren, will die OPEC kürzen. Angst vor einem Nachfrage- und Preiseinbruch im zweiten Quartal führt zu diesem widersprüchlichen Verhalten.

Am Wochenende ergänzte der OPEC-Präsident Purnomo Yusgiantoro die Widersprüche mit der Bemerkung, man werde Ende März eine weitere Kürzung beschließen, wenn sich die April-Kürzung als unzureichend erweisen sollte. Diese zeitliche Abfolgte verlagt gute Hellseher.

Aktuell liegt die Förderung zwischen 1,2 und 1,8 Mio. Barrel pro Tag über der Quote. Damit hilft die OPEC dem Markt auf ungeplante Weise. Und genau dieses Abweichen von vorgegebenen Direktiven stützt die Analystenmeinung, dass das Kartell nicht in der Lage sein wird, die Mitglieder an einer Überproduktion zu hindern. Daraus resultiert die Annahme, dass die Preise mittelfristig fallen werden.

Die geringe Bevorratung mit Rohöl ist eine Folge der als hoch eingeschätzten Preise. Sie sei kein Ausdruck knapper Mengen, wird nicht nur von der OPEC betont. Das Angebot soll die Nachfrage übersteigen. In diesem Fall müssten die Preise in der Tat fallen.

Das Wetter verliert zunehmend seinen Einfluss auf die Preisbildung. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen in wichtigen US-Regionen wieder steigen. Daher wird sich allenfalls etwas preisdrückender Einfluss niederschlagen.

Charttechnisch sollte die Gegenreaktion auf die Ende Januar und Anfang Februar gefallenen Preise beendet sein. In dieser Woche wäre ein erneuter Versuch des Preisrückgangs zu erwarten.

Einzig die starken Investmentfonds geben Grund an Preisrückgängen zu zweifeln. Sie sind immer noch in Positionen auf steigende Kurse engagiert. Da die Fondsmanager besser als andere Marktteilnehmer wissen sollten, was sie tun, wäre noch nicht mit fallenden Preisen zu rechnen.

Der Dollar scheint sich auf seinem tiefen Niveau zu halten. Europäer werden auf diesen wichtigen Preisvorteil gegenüber dem Weltmarkt noch nicht verzichten müssen.

Der Gasölpreis macht zum Wochenstart dort weiter, wo er am Freitag aufhörte. Da der US-Handel heute feiertagsbedingt ruht, wird sich im Handelsverlauf vermutlich auch nur wenig Veränderung ergeben. Die Tonne kostet 263$.

Unsere Heizölpreise folgten leicht gedämpft dem Weltmarkt. Sie stiegen in der letzten Woche. Ihr Niveau ist allerdings weiterhin gut. Wer gezwungen ist, auf Grund eines leeren Tanks Heizöl zu ordern, muss sich nicht über zu hohe Brennstoffkosten ärgern. Spekulativ eingestellte Käufer sollten die Preisentwicklung nun wieder eng im Auge behalten. Die Woche könnte neue Kaufmomente hervorbringen.

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