Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


OPEC und die Disziplin

Auch gestern wurden mehr Spesen als Kursgewinne gemacht. Die Preisbewegungen zeichneten nicht sich durch weitgehenden Stillstand aus. Dabei war das Handelsinteresse nicht einmal gering. Aber dem Markt fehlen deftige Impulse, um den Preisen eine Richtung zu verpassen.

Optimistisch betrachtet könnte das ein gutes Zeichen sein. Es gibt den Anschein, dass das Aufwärtspotential der Preise aufgezehrt ist. Eine Gegenbewegung wäre fällig. Wie so oft, wenn dem Markt die Ideen ausgegangen sind, werden entsprechende Einflüsse von den Bestandsdaten erwartet, die heute Nachmittag veröffentlicht werden. Nicht minder oft wurden die Händler allerdings enttäuscht, weil ihnen auch mit diesen Nachrichten nichts Handfestes geliefert wurde.

Das ohnehin unspektakuläre Wetter verliert zunehmend an Einfluss. Die sensiblen US-Raffinerien machen mit einigen Problemen immer wieder auf sich aufmerksam und halten die Preise hoch. Soweit gibt es nichts Neues.

Gestern meldete sich Nigeria zu Wort und brachte bärische Kunde. Die wurde bisher allerdings nur erstaunlich zurückhaltend gewürdigt. Das nicht unbedeutende OPEC-Mitglied ließ die Welt wissen, dass man sich erst an einer Ausstoßkürzung beteiligen werde, wenn die Preise deutlich gefallen seien. Die Vermutung liegt nahe, dass auch andere OPEC-Staaten so denken. Ein Indiz dafür ist, dass Einkäufer bisher keine Reduktionen des Angebots feststellen konnten.

Fundamental ist das ein starkes bärisches Zeichen. Dass die Preise dennoch nicht den Weg nach unten finden, geht auf das Konto der Fonds, die erstaunliche Massen von Long-Kontrakten angesammelt haben. Mit ihrem Kaufrausch halten sie die Kurse oben.

Im Gegensatz zu der unbefriedigenden Ölpreisentwicklung erweist sich der Dollar wieder als der Freund europäischer Verbraucher. Nachdem die gestern veröffentlichten Zahlen über das Verbrauchervertrauen in die US-Wirtschaft einen kräftigen Verlust attestierten, begab sich die Landeswährung wieder auf Tauchfahrt.

Der Gasölpreis hat die 260$-Marke wieder knapp überwunden. Die Tonne kostet aktuell 261,50$.

Unsere Heizölpreise profitieren geringfügig vom fallenden Dollar. Insgesamt zeigen sie sich aber eher bewegungslos. Die Erwartung, dass sie sich in einer zweiten Abwärtswelle verbilligen werden, wird angesichts der seit zwei Wochen steigenden Preise etwas quälend. Die Zweifel ob des Eintreffens der Erwartung steigen. Die aktuellen Preise bieten keinen Grund zur Klage. Sie sind im Durchschnitt knapp 30% tiefer als vor einem Jahr.

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