Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


OPEC-Woche

Die vergangene Woche stand im Zeichen deutlich gefallender Preise. Die Bandbreite, die der Aufwärtstrend erlaubt, ohne in Gefahr zu geraten, wurde weitgehend ausgeschöpft. Der Freitagshandel verlief so, als solle nun die Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen werden. Der Doller bewegte sich während der gesamten letzten Woche gegen europäische Verbraucherinteressen. Eine Änderung der Bewegungsrichtung ist in der neuen Woche kaum zu erwarten.

In einem anhaltend bullischen Umfeld bewegten sich die Ölpreise gegen die breite Nachrichtenlage. Mit den deutlich gestiegenen US-Rohölvorräten setzte sich einer der wenigen bärischen Impulse durch. Ganz überraschend ist das Resultat der letzten Woche nicht. Bei einer zu eindeutigen Stimmungslage, wie sie am Beginn der letzten Woche vorlag, reagiert die Börse häufig konträr.

Bereits die vergangene Woche war thematisch stark durch die OPEC geprägt. Das wird in der neuen Woche noch stärker der Fall sein. Halten die Herren über die größten Ölvorkommen an ihrer Kürzungsentscheidung fest oder nicht? Mehrmals täglich gibt es zu dieser Frage andere Signale. Am Mittwoch nach dem Treffen der OPEC in Wien wird das Rätsel gelöst.

Vor der Entscheidung streiten zwei Lager für ihre Interessen. Eine dezidierte Meinung zum Thema hat Venezuela. Sie wollen kürzen. Eine klare Meinung hat auch Nigeria. Sie wollen nicht kürzen. Viele Länder äußern sich nicht öffentlich. Eine Einschätzung muss man aus der Faktenlage ableiten.

Es muss bezweifelt werden, dass sich eine Kürzung momentan durchsetzen lässt. Erstens wird weiterhin über den jetzt gültigen Quoten produziert. Unterhalb der zugestandenen Quoten produzieren nur Länder, die gar nicht mehr produzieren können, Venezuela und Indonesien. Das zeigt, dass die Quotendisziplin nicht existiert. Zweits sollen bisher mit wenigen Ausnahme keine Maßnahmen getroffen worden sein, um die im Februar beschlossene Kürzung am 1. April zu exekutieren. Lediglich Saudi Arabien könnte eine Kürzung umsetzen.

Saudi Arabien treibt ein dubioses Spiel. Trotz der öffentlichen Bekundung für moderate und stabile Ölpreise, muss man annehmen, dass die Preistreiberei hier geschürt wird. Es wäre einfach für das Land, die Preise zu drücken. Aber die Saudis haben die Hände bereits an den Ölhähnen, um sie zu drosseln.

Sollte die Kürzung nicht nur unvollzogen bleiben sondern auch per Beschluss verschoben werden, hätten die Preise eine Chance, weiter zu fallen und den Trend zu brechen. Wird hingegen der Februar-Beschluss festgeschrieben, muss mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends gerechnet werden.

Trotz eines möglicherweise positiven Beschlusses der OPEC werden europäische Verbraucher kaum in den Genuss eventuell fallender Ölpreise kommen. Der Dollar scheint seinen Aufwärtstrend nach einigen Wochen Suchphase fortzusetzen. Das nimmt die Möglichkeit einer deutlichen Korrektur der inzwischen teuren Ölpreise hierzulande.

Der Gasölpreis startet unwesentlich über dem Freitagsniveau in die neue Woche. Die Tonne kostet heute Morgen 292,50$.

Unsere Heizölpreise befinden sich im Vergleich der letzten 12 Monate auf einem hohen Niveau. Die Aussichten, dass die Preise in Kürze deutlich darunter fallen werden, sind nicht sehr groß. Daher wäre es für Verbraucher mit fast leeren Tanks geboten, den jüngsten Preisrückgang zum Nachkaufen einer Teilmenge zu nutzen. Das schont übrigens auch das Portmonee. Wenn Heizöl später deutlich billiger sein sollte, kann der Tank vollständig gefüllt werden. Es ist allerdings alles andere als sicher, dass die Preise die Tiefststände des Jahres 2003 noch einmal erreichen werden.

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