Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Obama hat einen Plan

Was will der Mann? Er will die Welt verbessern, sein Land aus dem Desaster einer total falschen Politik herausholen, die ins Trudeln geratene Wirtschaft vor dem Crash retten. Und was macht der Mann? Er ermuntert Hasardeure und diejenigen, die unglaubliche Luftnummern in das Finanzsystem implementiert haben und es damit total unterminierten, mit einer neuen Spekulation an der Rettung eben dieses Finanzsystems mitzuwirken. Er bezeichnet die viel zu hohe Verschuldung als Ursache des Finanzkollapses und fordert zum schuldenfinanzierten Kauf von hochspekulativen Finanztiteln auf. Obama der Magier hat einen Plan. Wir verstehen ihn nicht. Aber an den Märkten versteht man ihn offensichtlich. Dort wird gejubelt und gekauft. Dort werden den Kursen außergewöhnliche Treibsätze verpasst. Alles muss rauf. Nur die reale Wirtschaft geht bergab. Und mitten drin befinden sich die Ölpreise. Im spekulativen Freudentaumel bleiben sie nicht zurück. Sie befinden sich unversehens in einem Aufwärtstrend. Der zeichnete sich in den letzten Tagen bereits ab. Fundamental macht er überhaupt keinen Sinn, denn Wirtschaft und Nachfrage stecken in einem fieberhaften Abwärtstrend. Der Weg dort heraus ist nicht in Sicht. Es sei denn, man erkennt im Handeln der US-Regierung einen solchen Weg.

Diejenigen, die den Kollaps der Finanzsysteme als einen Unfall in einem eigentlich intakten Wirtschaftssystem ansehen, mögen sich schnell mit dem Gedanken anfreunden, dass der Regierungsplan funktionieren könnte. Wer aber einen kreditfinanzierten Konsumismus kritisiert, dessen Schulden nie mehr rückzahlbar sein werden und unter dessen Last alle Nachfolgegenerationen leiden werden, dessen Ressourcenbedarf in absehbarer Zeit die Möglichkeiten der Erde überfordert, der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet und der die wundersame Mehrung des Geldes aus sich selbst heraus postuliert, der wird den Regierungsplan nicht als Rettungsplan verstehen. Er versteht ihn als Kapitulation. Allenfalls bietet er die Chance auf ein kurzlebiges „Weiter so wie bisher“. Eine Zukunft hat das nicht. Dem Anspruch, mit dem der Hoffnungsträger der Welt antrat, wird der Plan in keiner Weise gerecht. Die Weitsicht, die sein großes Idol Abraham Lincoln fürchterliche Schlachten hat schlagen lassen, ist nicht ansatzweise erkennbar.

Für die Ölwelt und die zukünftige Versorgung der Menschen kann man trotz aller Kritik einen positiven Aspekt heraussezieren. Es ist die Möglichkeit, bei steigenden Preisen wieder mehr Geld in den Ausbau der Ölinfrastruktur zu investieren. Das ist unabdingbar nötig, wenn der natürliche Rückgang in den bestehenden Quellen kompensiert werden soll. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass solche Investitionen getätigt werden, wenn mehr Geld für Öl bezahlt wird. Wahrscheinlich ist hingegen, dass Gewinne aus höheren Preisen in einer Zeit wirtschaftlichen Niedergangs und hoher Unsicherheit von den Gewinnern eingesammelt werden und nicht in die Realwirtschaft zurückfließen, um der Menschheit zu Gute zu kommen. Das herrschende Denken ist von individuellem Gewinn und Verlust geprägt, zumindest soweit es die Wirtschaft betrifft. Diese Sichtweise hat den Rang eines Naturgesetzes erworben. Ein solches ist es aber keineswegs. Besonders die amerikanische Wirtschaftsgeschichte kennt die gesellschaftliche Verantwortung, die der wirtschaftliche Erfolg bringt. Es handelt sich um das Gegenmodell zur sozialen Ausrichtung staatlicher Wirtschaft europäischer Prägung. Diese Kenntnis und Praxis sind das wesentliche Fundament des lang andauernden amerikanischen Erfolges. Sie sind in Vergessenheit geraten. Wie steht es mit dieser Tradition, Herr Obama?

Die aktuelle Preisentwicklung ist Ausdruck höchster Spekulation ohne vernünftige Verbindung mit der Realwirtschaft. Einzig die Hoffnung, dass etwas geschieht, das die Wirtschaft beleben könnte, steckt darin. Ein Plan ist das nicht. Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass der eingeschlagene Aufwärtstrend der Ölpreise lange anhalten wird. Heute Morgen ist ein leichtes Einknicken der Kurse zu beobachten. Kurzfristig muss man aber weiterhin mit Preisanstieg rechnen. Die Tonne Gasöl kostet 458 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 53,30 Dollar. Der US-Dollar wird zu 73,50 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise ziehen deutlich an. Zurzeit hilft kein weiterer Dollarverfall dagegen. Wir gehen nicht davon aus, dass die Preise nun einen neuen Marsch in unerhörte Höhen gehen werden. Ausschließen können wir das aber nicht. Der bullische Impuls ist zwar fundamental ungerechtfertigt, aber er ist ein Fakt, den es zu akzeptieren gilt. Die Hoffnung bleibt, dass er in Kürze überwunden ist. Als Erinnerung, sich um die Senkung des eigenen Verbrauchs zu kümmern, hat er sogar etwas Konstruktives. Schauen Sie hierzu mal auf www.esytrol.com.

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