Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Ohne Impulse

Am Tag der Arbeit verlief der Ölhandel ruhig bis langweilig. Europa hielt sich weitgehend heraus und die USA waren nicht in Stimmung, die Preise nennenswert zu bewegen. Die Nachrichtenlage ist ausgewogen bis dürftig.

Die Berichte über die US-Ölvorräte werden neutral interpretiert.

Der Aufruf der OPEC an die Mitglieder, die neue Quotierung einzuhalten, signalisiert die Sorge der Kartellführung über die Quotentreue der Mitgliedsstaaten. Dies ist der schwache Punkt beim Versuch, die Preise stabil zu halten, der vom Handel genau beobachtet wird. Es ist allerdings schwer vorzustellen, dass es zu folgenschweren Missachtungen der Quotierung kommen wird. Allein durch die quotengerechte Reduktion Saudi Arabiens würde die aktuelle Überproduktion des Kartells beendet. Die meisten OPEC-Staaten fördern an den oberen Grenzen ihrer Möglichkeiten. Von dort kann also nicht mehr Öl kommen.

Unsicherheit geht von Nigeria, Venezuela und dem Irak aus. In Nigeria ist die Produktion auf Grund der Unruhen weiter stark eingeschränkt. Es fehlen etwa 40% an der kalkulierten Tagesleistung von 2 Mio. Barrel. Wie erst jetzt bekannt wurde, halten streikende Ölarbeiter seit zwei Wochen ausländische Experten auf einer Ölplattform als Geiseln fest.

Über die Produktion in Venezuela gibt es nach wie vor widersprüchliche Meinungen. Die Regierung behauptet, dass sie bei mehr als 100% der normalen Leistung liegt. Die IEA hingegen sieht sie allenfalls bei knapp 70% der OPEC-Quote.

Im Irak wird die Produktion nach Angaben der USA schnell wieder aufgebaut. Meldungen über Plünderungen in den Produktionsanlagen des Südens werden kolportiert. Es ist schwer vorstellbar, das der Aufbau vorangeht, wenn nicht einmal die Plünderungen zu stoppen sind. Die südlichen Ölfelder produzieren derzeit ca. 0,09 Mio. Barrel täglich. Einst waren es 1 Mio. Barrel. Das geförderte Öl reicht kaum, um damit den eigenen Bedarf des Landes zu decken. Es gibt Spekulationen, nach denen der Irak sogar Ware für den Eigenverbrauch einführen müsste.

Insgesamt ergibt sich ein ausgewogenes Verhältnis von preistreibenden und preisdrückenden Meldungen. Die Preise reagieren derzeit entsprechend. Viele Analysten sehen dennoch einen intakten Abwärtstrend.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis unwesentlich nach. Mit 217,50$ pro Tonne liegt er innerhalb der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise fallen ebenfalls gering. Es sieht allerdings danach aus, als wollen sie sich bis zur nächsten Woche eher unbewegt geben. Wir schließen diesen Kommentar mit unserem aktuellen Standardsatz. Die Preise sind derzeit auf einem so guten Niveau, dass sie wieder ohne Abstriche als Kaufpreise angesehen werden können.

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