Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Ohne Thema gehandelt

Der Aufwärtstrend hat einen Dämpfer bekommen aber keinen Schaden genommen. Nach den Preiseinbrüchen auf Grund guter Vorratszahlen suchten die Händler gestern ein neues Thema, das sie leitet. Sie musste darauf verzichten. Was bleibt, ist die allgemeine Unsicherheit zur Lage der Ölversorgung.

Sie ist der Motor des seit Anfang Mai vollzogenen Preisanstiegs. In ungeordneter Abwechslung geben der Irak, Nigeria, Venezuela, die US-Ölvorräte, die OPEC, Terrordrohungen, das Wetter u.a. die bullischen Impulse. Für einen Hauch von Bärenstimmung sorgt Russland in schöner Regelmäßigkeit mit seiner wachsenden Ölproduktion.

Das Land steigerte in den ersten fünf Monaten des Jahres die Rohölexporte um 9,5%. Damit ist es einer der wichtigen und zuverlässigen Bremser gegen haltlose Preissteigerungen. Russland streitet mit Saudi Arabien um die Spitzenposition als Ölproduzent.

Doch selbst die russische Ölwirtschaft ist in den letzten Wochen in den Sog der weitverbreiteten Unsicherheitsstimmung gekommen. Die durch Fusion mit der Sibneft zur größten Ölgesellschaft herangewachsene Yukos steht unter verschärfter Beobachtung der Staatsanwaltschaft. Dem Chef der Firma Michael Chodorkowski wird vorgeworfen, auf unrechtmäßige Weise zu seinem Aktienpaket gekommen zu sein. Die Firma wird mit dubiosen Finanzgeschäften in Verbindung gebracht. Kenner vermuten hinter den Attacken des Staates einen Machtkampf zwischen Politik und Wirtschaft, der auf wenig demokratische Weise ausgetragen wird. Und genau dieser Umstand hinterlässt auf dem strahlenden und kontinuierlichen Aufstieg der russischen Ölwirtschaft nun ebenfalls den Makel der Verunsicherung.

Wo sie auch hingreifen, die Händler finden ausnahmslos Informationen, die den absehbaren Perspektiven im Ölgeschäft Probleme beimischen. Ein Aufwärtstrend ist die logische Konsequenz.

Heute Morgen hält sich die Preisentwicklung beim Gasöl zurück. Mangels heißer Nachrichten bleibt der Preis mit 241,25$ etwa dort, wo er sich gestern Abend befand.

Unsere Heizölpreise ziehen heute Morgen leicht an. Angesichts der jüngsten Entwicklung beim Rohöl und beim Dollar könnte Heizöl kurzfristig aber noch etwas nachgeben. Auf Grund der extrem geringen Nachfrage im Inland sind die Margen dramatisch weggeschmolzen. Für die kommenden Wochen besteht ein dreifaches Potential für steigende Preise, die Rückkehr zum Aufwärtstrend beim Rohöl, beim Dollar und eine anziehende Binnennachfrage, die wieder höhere Margen zulässt. Wir raten weiter zum Kauf auf dem aktuellen Niveau.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen