Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Ohne Zahlen geht nichts

In einem lustlosen Handel endeten die Preise fast unverändert zum Vortag. Broker gaben sich nicht die Blöße, auf eine Richtung zu setzen. Sie wollen erst Zahlen über die Ölvorräte sehen. Dabei interessiert hauptsächlich ein Wert, der Heizölbestand. Ihm wird Wohl und Wehe über die nahe Preisbildung zugewiesen. Im Vorfeld werden Schätzungen von ?1,5 Mio. bis +2,5 Mio. Barrel abgegeben.

Ein klares Minus triebe die Preise weiter auf. Ein Plus brächte sie abwärts. Doch das ist nur die kurzfristige Betrachtung. Mittelfristig hat die OPEC den größeren Einfluss. Ihre Kürzungsentscheidung, die ab dem 1. November effektiv wird, übt nach wie vor beachtliche Auftriebskräfte aus. Inzwischen wächst der Eindruck, das die OPEC selbst geschockt ist, eine derartig folgenschwere Entscheidung getroffen zu haben. Von offizieller Seite verlautet, dass die Ölvereinigung bei einem Anhalten der Hochpreisphase größere Mengen in den Markt bringen wird.

Gemeint ist der Automatismus, mit dem das Kartell die Preise im Band zwischen 22$ und 28$ halten will. Bei einer Überscheitung des Bandes während 20 aufeinanderfolgender Handelstage erfolgt eine Mengenreaktion, ohne dass es eines neuen Beschlusses bedarf. Gestern hielt sich der Preis den fünften Tag in Folge über der 28$-Marke.

Aber nicht nur der Heizölbestand und die OPEC werden für die hohen Preise verantwortlich gemacht. Auch dem Spekulationstrieb großer Investmentfonds wird ein Teil der Verantwortung für den Bullenmarkt zugeschrieben. Das erzürnt vor allen Dingen die US-Verbraucher. Die müssen historische Höchstpreise für ihr Benzin und ihr Heizöl bezahlen.

Uns Europäern geht es vergleichsweise gut. Der schwache Dollar nimmt die Schärfe aus der Lage. Die Frage ist allerdings wie lange noch. Die aktuelle Bewegung lässt mal wieder erahnen, dass es zu einem Trendwechsel kommen könnte, der uns teuer zu stehen käme. Als wir Anfang Oktober diese Befürchtung äußerten, ging der Krug an uns vorüber. Aktuell zeigt das Chartbild aber deutlichere Tendenzen als vor 2 Wochen.

Der Gasölpreis gibt heute Morgen wieder etwas nach. Gleiches tat er gestern auch, ohne dabei am Ende eine spürbare Änderung zu vollziehen. Die Handelsspanne hält sich weiter eng an der 270$-Marke. Zur Stunde kostet die Tonne 268$.

Unsere Heizölpreise sind im Mittel etwas weiter gesunken. Der Weltmarkt gibt dazu kaum Anlass. Vielmehr ist es die schwache Binnennachfrage, die die Preise leicht drückt. Gegen Abend ist es dann soweit. Die heiß erwarteten Vorratsdaten sollten den Preisen neues Leben einhauchen. Die Richtung ist nicht zu erahnen. Wenn wir überhaupt einen Rat geben können, fußt der auf der Dollarentwicklung. Von ihr erwarten wir Anstiegstendenzen für die Heizölpreise. Denen sollte man bei Kauferfordernis zuvor kommen.

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