Unseren neuen Kommentar für den 22.08.19 finden Sie hier.


Panikattacke an den Ölmärkten

Internationaler Markt

Der Preissprung vom Dienstag entpuppte sich gestern als Eintagsfliege: Brent-Rohöl gab fast die gesamten Gewinne wieder ab, die durch die Entspannung im Handelskrieg zwischen den USA und China entstanden waren. Und wieder einmal spielten die Entwicklungen im Ölmarkt dabei fast keine Rolle.

Ausschlaggebend für den gestrigen Preiseinbruch waren globale Rezessionsängste, die jetzt durch immer mehr Zahlen untermauert werden. Vor allem Deutschland und China meldeten Konjunkturdaten, die weit unter den Erwartungen lagen.

Die Lage ist kritisch, da weder Peking noch Washington im Haushalt großen Spielraum haben, um die Konjunktur wiederzubeleben. Präsident Trump tobt angesichts der sich nähernden Wahlen und versucht nun, die Schuld auf die US-Zentralbank und ihre Zinssätze zu schieben. Trump hatte mit gigantischen Steuergeschenken an die Besserverdienenden schon zu Beginn seiner Amtszeit ein Strohfeuer auf den Märkten entfacht, das nun verglüht. Jetzt fehlen ihm diese Mittel, da die öffentlichen Haushalte bis zum Anschlag verschuldet sind.

Zusätzlich zum kritischen Zustand der Weltkonjunktur schicken weitere Krisenherde die Aktien- und Rohstoffwerte weltweit auf Talfahrt: Die Proteste in Hongkong, das britische Brexit-Desaster und, mal wieder, eine schwere Devisen- und Anleihenkrise in Argentinien.

Kein Wunder also, dass auch die optimistischsten Ölhändler das Handtuch werfen, denn die Aussichten für die Ölnachfrage in diesem Jahr werden immer düsterer. Der einzige Hoffnungsschimmer besteht darin, dass auch für viele Ölproduzenten die Schmerzgrenze erreicht ist. Das Ölangebot der amerikanischen Schieferölproduzenten wird in den nächsten Monaten wohl knapper als erhofft ausfallen. Das sollte den Ölpreis stützen. Auch basteln die Saudis an neuen Kartellmaßnahmen. Der Erfolg erscheint jedoch unsicher.

Der gestrige Wochenbericht über die Lagerbestände in den USA verkam vor diesem Hintergrund zu einer Randnotiz. Die Rohölbestände legten leicht um 1,6 Mio. Barrel zu, was vor allem an der geringeren Aktivität der Raffinerien lag. Sie verarbeiteten weniger Rohöl als erwartet, so dass Rohöl zulegte, aber die Produktlager von Benzin, Diesel etc. schrumpften. Hilfreich war zudem eine starke Endnachfrage. Der Bericht wurde überwiegend als neutral interpretiert und konnte daher den Trend der Rohölpreise nicht beeinflussen.

Hier die Bestandsveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: +3,7 Mio. Barrel (API) bzw. +1,6 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -1,3 Mio. Barrel (API) bzw. -1,9 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: +3,7 Mio. Barrel (API) bzw. -1,4 Mio. Barrel (DOE)
Geschätzte Ölproduktion: unverändert bei 12,3 Mio. Barrel pro Tag

Der Handel am heutigen Morgen geht erst einmal vorsichtig los. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht bei 55,24 US-Dollar je Barrel . Die Nordseesorte Brent kostet 59,31 US-Dollar je Barrel . Gasöl notiert bei 568,00 Dollar je Tonne . Der US-Dollar ist 0,8969 Euro wert . Damit steht der Euro bei 1,1146 Dollar . Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages.

Nationaler Markt

Der Einbruch auf den internationalen Ölmärkten drückt auch die deutschen Heizölpreise, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Der landesweite Durchschnittspreis rutscht Richtung 64 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter). Die Preisspreizung zwischen den Großstädten bleibt moderat; nur München schert mit seinen hohen Preisen aus.

Der Preisanstieg der letzten Tage hat die enorme Kaufwelle der letzten Wochen gestoppt. Der Markt hat sich beruhigt, bleibt aber aktiv. Einige Schnäppchenjäger haben sich zurückgezogen. Sie warten auf die nächste Gelegenheit.

Die Indikatoren passen dazu. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen ins Verhältnis setzt, sagt für die nächsten Tage nur noch eine mittlere Kaufbereitschaft voraus. Das mathematische Tiefpreis-System zeigt nun kein Kaufsignal mehr an.

Auch der normalerweise ausgeprägte Preisoptimismus musste Federn lassen: Nur noch 65% der Kunden rechnen laut der täglichen Umfrage mit weiter fallenden Heizölpreisen. Das ist ein vergleichsweise niedriger Wert.

Die Preischarts für Heizöl verbreiten jedoch Zuversicht. Kurz- und mittelfristig fallen die Preiskorridore geradezu schulbuchmäßig. Nur in der langen Frist der letzten Jahre zeigt sich ein stabiler Aufwärtstrend, auch wenn sich die aktuellen Preise am unteren Rand der Preiskorridors bewegen.

Was tun? Der jüngste Preisrückgang bestätigt die These, dass die Heizölpreise auch im weiteren Jahresverlauf schwächeln werden. Wer demnächst kaufen muss, kann jedoch auf dem aktuellen Preisniveau, das über vier Euro unter dem Vorjahr liegt, nicht viel falsch machen. Wer abwarten und spekulieren will, kann auf einen noch günstigeren Einstiegspreis setzen. Allerdings sind die Ölpreise schon tief gefallen. Der Spielraum nach unten ist daher begrenzt.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: SteffenBukold@esyoil.com
Heizölpreise-Chart vom
Heizölpreis Trend Chart

Wir sind für Sie da

Sie haben Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann kontaktieren Sie uns gerne über eine der folgenden Möglichkeiten. Wir kümmern uns dann umgehend um ihr Anliegen.

04131 68049895 (Mo–Fr, 9–18 Uhr)
Weitere Antworten finden Sie in unseren FAQ

.

Kontaktieren Sie uns