Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Phönix aus der Asche

Die Woche könnte aus Sicht der Verbraucher besser nicht laufen. Versorgungsengpässe im Inland gehen ihrem Ende entgegen. Der Dollar bleibt im Abwärtstrend. Die USA überraschen mit kräftigen Zuwächsen bei den Rohölvorräten. Und in Nigeria wird ein Generalstreik Stunden vor seinem Beginn abgesagt. Das sind gewichtige Argumente gegen steigende Ölpreise.

Die Frachtpreise auf dem Rhein geben weiter nach. Die Rückkehr zu normalen Preisrelationen im Nord-Süd-Vergleich ist in vollem Gang. Die Heizölpreise im Westen und Süden haben den größten Teil ihrer Überhöhung bereits abgegeben. In wenigen Tagen dürfte das Problem endgültig ausgestanden sein.

Der seit einem Monat treueste Verbündete der Verbraucher bleibt seinem Wesen treu. Der Dollar fällt weiter gegen den Euro und ist jetzt auf dem besten Weg, ein 5-Jahres-Tief zu markieren.

Seit gestern kommen die Ölpreise selbst in eine überraschende Abwärtsbewegung. Ausgelöst durch unerwartet hohe Veränderungen der US-Vorräte, verlor Rohöl rund 2% an Wert. API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) meldeten ein Plus von 8,2 bzw. 5,4 Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Heizöl- und Dieselvorräte änderten ihr Niveau kaum. Benzin musste allerdings Federn lassen. Ein Minus von 3,4 bzw. 1,2 Mio. Barrel ist der Preis für den Aufbau beim Rohöl. Die Raffinerien produzierten weniger. Das führte zum Anstieg in den Eingangslagern. Da Benzin derzeit aber nicht im Fokus des Interesses steht, wird von diesem Mangel kein starker Impuls auf die Preisbildung ausgeübt.

Für eine weitere Überraschung sorgte die Absage des für heute angesetzten Generalstreiks in Nigeria. Sie wurde möglich, nachdem die Regierung die letzte Benzinpreiserhöhung zurücknahm. Befürchtungen, dass es Störungen bei den Öllieferungen aus Nigeria geben wird, wurden damit zerschlagen. Dieser Umstand half den Preisen ebenfalls abwärts.

Die bullische Seite ist nun allerdings noch nicht aller Argumente beraubt. Das Nah-Ost-Problem und die Tendenz der OPEC zu weiteren Lieferkürzungen hält die Märkte unter Spannung. Das Kartell soll mit großer Mühe und einigem Nachdruck Gespräche mit Russland, Mexiko und Norwegen führen, um sie von Kürzungen ihrerseits zu überzeugen.

Charttechnisch bleibt die aktuelle Bewegung eine Gegenreaktion auf die jüngsten Gewinne. Eine Umkehr des Aufwärtstrends kann noch nicht gemeldet werden.

Der Gasölpreis gibt heute Morgen geringfügig nach. Er bewegt sich weiter in einer engen Handelsspanne zwischen 245$ und 250$. Die Tonne kostet zur Stunde 247,75$.

Unsere Heizölpreise bewegen sich wenig, nachdem sie gestern und vorgestern ordentlich Federn ließen. Sie dürften nach den Bewegungen am Weltmarkt noch etwas Abwärtspotential in sich tragen. Der weitere Verlauf ist offen. Angesichts des Drucks der OPEC und der Spannungen im Nahen Osten sollte man allerdings keine sensationellen Preisrückgänge erwarten.

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