Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Plan oder Zufall?

Normalerweise ist an dieser Stelle die Rede von George Bush, von Saddam Hussein, von Hugo Chavez und von anderen Personen, die mit Öl zu tun haben. Heute ist hier der Name Gerhard Schröder zu lesen. Und gemeint ist in der Tat der deutsche Bundeskanzler.

Gerhard Schröder steht mit dem Rücken zur Wand. Die Zahl seiner politischen Freunde schwindet. Er braucht einen Erfolg. Er handelt hektisch. Er handelt unkoordiniert. Man traut ihm nicht mehr zu, dass er das Volk noch einmal hinter sich ziehen kann. In dieser aussichtslosen Lage gewann er einen Tag lang Einfluss auf die Ölpreisbildung. Mit seiner Politik gelang es ihm, den Preis ganz populär zu senken.

Satire? Nein! Deutschland bzw. Gerhard Schröder unterstützt ein Veto Frankreichs und Belgiens gegen NATO-Notfallpläne für die Türkei. Darüber hinaus plane Schröder angeblich eine UN-Friedensinitiative. Diese Umstände werden im Ölmarkt als Indiz gewertet, dass ein Krieg verzögert wird. Da der starke Preisanstieg zum Wochenende durch die Erwartung eines unmittelbar bevorstehenden Militärschlags ausgelöst wurde, bricht dieser nun wieder ein.

Genau wie die deutsche Politik wird allerdings auch der gestrige Preisrückgang wenig nachhaltig sein. Dass der Einbruch bevor stand, war vorhersehbar. Dass der Preis weiter zu neuen Höhen steigen wird, ist ebenfalls vorhersehbar. Falls morgen milde Lagerdaten gemeldet werden, könnte die Gegenbewegung noch ein wenig anhalten. Aber spätestens wenn der Krieg wieder greifbar wird, kehrt der Höhenrausch zurück. Und dass ein solcher Moment kommt, bezweifeln selbst die gestrigen Verkäufer nicht, die für den kurzfristigen Preisverfall sorgten.

Heute Morgen hält den Abwärtsdrang des Gasölpreises noch an. Die Tonne kostet 313,50$. Das sind fast 4% weniger als der gestrige Spitzenwert. Und es ist ein Maß für die Nervosität, die aktuell im Markt steckt.

Unsere Heizölpreise werden heute vermutlich weiter zurückgehen. Die 40-Cent-Marke als Bundesdurchschnitt für 3000 Liter Heizöl haben sie gestern locker genommen. Dennoch gelang es ihnen nicht, ein neues Zwei-Jahres-Hoch zu markieren. Nun werden die Preise vermutlich bis auf weiteres um diesen Wert pendeln.

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