Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Portugal und die Aktienmärkte

Gestern war mal wieder so ein Tag. Ein Tag, an dem die Ölnotierungen fielen. Trotzdem konnten die deutschen Verbraucher dies kaum spüren, weil der Wert des Dollars im gleichen Zeitraum stieg. Die Ölpreise fielen im Zuge schwacher Aktienbörsen und der Meldung, dass ein weiteres Euro-Land von einer Rating-Agentur um eine Note herabgestuft wurde. Fitch, so heißt diese Agentur, glaubt nicht an den Konsolidierungskurs der portugiesischen Regierung, weil dieser zu wenig ambitioniert und das Wirtschaftswachstum zu niedrig sei. Wenn dies richtig ist, verschlechtert es die wirtschaftlichen Aussichten im allgemeinen und im Euroraum im besonderen Maße. Dies erklärt auch den gleichzeitigen Anstieg des Dollars. Der Dollar profitiert von der Schwäche des Euro. Die US-Lagerdaten wurden ebenfalls gestern veröffentlicht. Sie hatten, wie die anderen Faktoren aus dem Ölmarkt, nach kurzer nervöser Reaktion kaum Einfluss auf die Preisbildung.
Alles zusammen genommen konnten die Daten des DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gestern als bärisch bewertet werden. Beide Institutionen konnten steigende Bestände melden. Ihre Zahlen lauten wie folgt:

Rohöl: +7,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,1 (DOE) bzw. 4,9 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind wieder gestiegen und liegen über den Zahlen der Vorwoche, aber unter den Zahlen des Vorjahres. Die Raffinerieauslastung liegt wie in der Vorwoche bei 81 Prozent. Damit sind die niedrigen Zahlen aus der Vorwoche wieder ausgeglichen. Für die hoch aufgelaufenen Ölpreise gibt es nach wie vor keine plausiblen Gründe aus dem Ölmarkt selbst.

Heute Morgen dümpelt der Preis für das in New York gehandelte Rohöl knapp über der 80-Dollar-Marke bei 80,30 Dollar. Bei deutlichem Durchbrechen dieser Marke werden tiefere Preise erwartet. Da die Herabstufung des Rankings für Portugal im Bereich der normalen und guten Bewertung verbleibt, ist nicht mit einem weiteren Abschlag aus diesem Grund zu rechnen. Vielleicht liefert ja der EU-Gipfel einen weiteren Grund. Jedenfalls kostet die Tonne Gasöl heute Morgen 654,50 Dollar. Der US-Dollar wird zu 75,15 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise geben wieder leicht nach. Der Weltmarkt gibt nur wenig Spielraum. Die Haupteinflussfaktoren bleiben zurzeit der Aktien- und Devisenmarkt. Auf dem Letzteren hat nun Portugal den Schwarzen Peter. Obwohl die Krise um Griechenland noch nicht überstanden ist, taucht schon der nächste Abstiegs- oder gar Ausstiegskandidat am Horizont auf. Dies wird aber wahrscheinlich nicht reichen, um den grundsätzlich bullisch eingestellten Ölmarkt umzudrehen. Wir bleiben bei der Einschätzung, dass eine Teilmenge benötigt wird, um den Wahnsinn an den Börsen aussitzen zu können. Ein Ende des Wettcasinospiels um reale Ressourcen ist noch nicht in Sicht. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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