Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Positive Preisentwicklung

Die vergangene Woche hinterließ eine bemerkenswert verbraucherfreundliche Bilanz. Obwohl fast täglich Meldungen für steigende Preise geliefert wurden, fielen die Kurse deutlich. Die Bewegung wird als überfällige Entspannung der Hochpreisphase angesehen. Die Analystenmeinung ist nun geteilt. Während die einen den Fortgang der Abwärtsbewegung prognostizieren, sehen die anderen die Abwärtsbewegung bereits als übertrieben an. Sie erwarten erneut anziehende Preise.

Die Hauptrolle der letzten Woche spielte die OPEC. Trotz hoher Preise und trotz Drucks der USA beschloss das Kartell, die im Februar verkündete Kürzung um eine Mio. Barrel pro Tag ab dem 1. April zu vollziehen. Dass die Preise nach dem Spruch nicht stiegen sonder fielen, zeigt wie fragil der scheinbar feste Aufwärtstrend inzwischen ist. Broker hatten für die widersprüchliche Reaktion sofort eine Erklärung parat. Sie bezweifeln, dass die OPEC-Mitglieder sich auf Quotendisziplin bringen lassen. Z.Z. wird 1,0 ? 1,5 Mio. Barrel pro Tag über Quote produziert.

Die hohen Fördermengen machen sich mittlerweile deutlich in den US-Rohölvorräten bemerkbar. Diese haben sich seit Mitte Januar kontinuierlich aufwärts entwickelt. Sie stehen mittlerweile 6% über den Vorjahresvorräten. Sorge bereitet den Amerikanern weiterhin der Benzinvorrat. Er ist angesichts einer erwarteten Verbrauchssteigerung knapp bemessen und führte zu den teuersten Benzinpreisen der jüngeren Geschichte.

Kalifornien, New York and Connecticut haben bei der Umweltbehörde um ein temporäres Aussetzen der Umweltschutzbestimmungen gebeten. Sollte ihnen stattgegeben werden, könnten die Staaten mit einem ausreichenden Benzinangebot aus eigener Erzeugung rechnen. Andernfalls können sie sich nur über Importe retten. Die Preise hätten in dem Fall kaum eine Chance zu fallen.

Die bullischen Nachrichten haben derzeit fast ausnahmslos mit Terrorängsten zu tun. Ein Feuer in der viertgrößten Raffinerie der USA wurde in ersten Meldungen als terroristischer Akt gehandelt. Entsprechend heftig war die Preisreaktion. Terrorismus wurde vom Betreiber schnell dementiert. Der Schaden sei im Übrigen weniger gravierend als befürchtet, hieß es. Den Preisen tat es gut.

Weitere bullische Nachrichten wurden im Nahen Osten, im Irak und Spanien produziert. Die Morde und Leichenschändungen von Falluja zeigten, wie wenig vertrauenerweckend die Lage in den Krisengebieten ist. Der Bombenfund in Spanien und die Selbstmorde der mutmaßlichen Drahtzieher des 11. März stehen für die steigende Bedrohung der westlichen Industrienationen durch den Al-Kaida-Terror.

Im Moment haben die Bullen schlechte Konjunktur. Charttechnisch ist ein kurzfristiger Abwärtstrend zu erkennen. Zum Wochenschluss bekam er allerdings ein kritisches Signal. Das deutet auf mögliche Preissteigerungen in der neuen Woche hin.

Der Dollar hielt sich in der vergangenen Woche gut. Am Freitag verteuerte er sich aber gewaltig. Er wurde durch neue Hoffungen auf eine nachhaltige Belebung der US-Wirtschaft beflügelt. Diese kam aus den unerwartet guten Arbeitsmarktzahlen. Falls das ein Startschuss für einen Dollaraufschwung gewesen sein sollte, wären die Hoffnungen auf deutlich tiefere Ölpreise hierzulande kaum zu rechtfertigen.

Der Gasölpreis zieht zum Wochenbeginn etwas an. Die Tonne kostet 277$.

Unsere Heizölpreise haben sich die zweite Woche in Folge prächtig entwickelt. Sie befinden sich wieder im kaufenswerten Bereich. 3000 Liter Heizöl sind im Bundesdurchschnitt maximal 12% teurer als zu Zeiten der Tiefstpreise des vergangenen Jahres. Angesichts des heftigen Preisverfalls muss nun mit einer Gegenreaktion gerechnet werden. Mittelfristig ist noch etwas Abwärtspotential übrig. Aber Vorsicht, überziehen Sie die Spekulation nicht!

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