Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Preise auf und davon

Europa wollte es gestern ruhig angehen lassen. In London ließen sich die Händler von den besseren Aussichten für die US-Ölvorräte animieren, den Gasölpreis abwärts zu schicken. Sie blieben bis zum Handelsschluss bei ihrer Meinung. Gasöl schloss nahe dem Tagestiefststand.

Doch irgendwie haben die Londoner den Zug der Zeit vollkommen verpasst. Die sich andeutende Weigerung Saddam Husseins, seine getunten Raketen zu zerstören, zerstörte die moderate Stimmung zum Thema. Als dann auch noch bekannt wurde, dass einige islamische Länder über den Einsatz der Ölwaffe (aussetzen von Öllieferungen) diskutieren, kochte die Marktmeinung in New York mächtig auf. Zwar lehnen der Iran und Saudi Arabien die Verwendung von Öl als politisches Mittel strikt ab, aber die Stimmung konnten sie mit ihren Statements nicht mehr retten.

Schließlich wurden am Nachmittag die jüngsten Daten über die Ölvorräte veröffentlicht. Sie sind widersprüchlich aber tendenziell schlechter als erwartet. Der Heizölvorrat sinkt weiter. Angesichts des anhaltend kalten Wetters im Osten der USA lässt das bei den Marktakteuren reichlich Spielraum für Phantasien über Versorgungsprobleme. Die Summe aller Vorräte festigt den historischen Tiefststand in den zivilen Öllagern (siehe Charts).

Was also sollen die Ölpreise vor diesem Hintergrund anderes machen, als zu steigen. Auch wenn die Londoner Händler das nicht einsahen, konnten sie nichts mehr verhindern. In New York legte Rohöl um 4% und Heizöl um 3% zu. Damit war es aber noch nicht genug. Nach Handelsschluss ging die Rallye weiter.

Heute Morgen zeigt sich beim Gasöl die ganze Wahrheit. 347$ pro Tonne lautet die erste Notierung. Gestern war bei 334,50$ Schluss. Das ist ein klarer Vorkriegspreis, der in den Rahmen der Preise von 1990/1991 passt.

Unseren Heizölpreisen hilft der schwache Dollar nicht mehr weiter. Nach kurzer Auflockerung gestern Nachmittag stehen sie nun wieder auf neuen Höchstständen. Die Zwei-Jahres-Marken sind auf breiter Front überschritten. Ein Ende der Bewegung ist nicht in Sicht. Wir bleiben bei unserer Empfehlung für Verbraucher, die in der nächsten Zeit unbedingt Heizöl kaufen müssen. Machen Sie es jetzt! Die Schmerzen werden durch Warten nur größer.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen