Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Preise bestätigt

Die allgemein erwartete Gegenbewegung auf den fulminanten Preisverfall vom Dienstag blieb gestern aus. Zu einem ernsthaften Test der neuen Lage kommt es heute nach Veröffentlichung der Daten über die US-Ölvorräte.

Ist die gestrige Bewegungslosigkeit der Preise ein gutes Zeichen oder ein schlechtes Zeichen für Verbraucher? Gut ist, dass die Gegenreaktion ausblieb. Daraus lässt sich schließen, dass der Preisverfall des Vortags nicht nur eine Kurzschlussreaktion war. Schlecht ist, dass Unterstützungslinien nicht weiter nach unten durchbrochen werden konnten. Das lässt den Schluss zu, dass neue Kaufinteressenten darauf warten, günstig Kontrakte zu erwerben, von denen sie sich Preissteigerungen erhoffen. So richtig wollte gestern allerdings kein Händler aus der Deckung kommen und sein Interesse offen demonstrieren.

Das wird heute anders werden. Ab 16:30 Uhr nach Veröffentlichung der US-Vorratsdaten wird aller Voraussicht nach wieder Bewegung in die Märkte kommen. Man wartet mit Spannung auf die Aussagen der beiden Institutionen, deren Erkenntnisse Woche für Woche als Impulsgeber der Ölpreise dienen. Bis dahin werden die Preise auf alle Fälle auf dem aktuellen Niveau verweilen.

Neben den Verbrauchern, denen eine günstige Kaufgelegenheit geboten wird, gibt es einen weiteren Nutznießer der Situation, die OPEC. Ihr wird mit dem Preisverfall eine schwere Entscheidung abgenommen. Nach eigener Regel will das Kartell für den Fall, dass der sogenannte Korbpreis während 20 Tagen ununterbrochen über 28$ bleibt, automatisch eine Steigerung der Liefermengen von 0,5 Mio. Barrel pro Tag vornehmen. Der Korbpreis wird als Mittelwert verschiedener Ölsorten aus den Mitgliedsstaaten der OPEC gebildet. Der Preis verweilte zwischen dem 1.8. und dem 18.8. über der Eingriffsmarkte. Am 19.8. begann eine neue Zeitrechnung, denn er sank für einen Tag auf 27,94$ ab. Seit dem 20.8. hielt er sich wieder über 28$. Damit ist nun bis auf weiteres Schluss.

Glück für die OPEC. So muss sie ihre Glaubwürdigkeit nicht unter Beweis stellen. Aus ihren Führungskreisen verlautet in regelmäßiger Folge, dass man den Markt derzeit für ausgeglichen hält und keinen Bedarf für einen Eingreifen sieht.

Die neue Lage im Preisgefüge betrifft einzig die Charttechnik, nicht die fundamentale Beurteilung. Während die Technik den Aufwärtstrend für beendet erklärt, bleiben die Vorgänge im Irak, in Nigeria und in Venezuela jederzeit für neue Preisanstiege gut.

Heute Morgen bewegt sich der Gasölpreis nicht. Die Tonne kostet zur Stunde 233$.

Unsere Heizölpreise gaben gestern weiter nach. Sie haben nun die Anpassung an die Veränderungen auf dem Weltmarkt erreicht. Bis heute Nachmittag werden sie wenig Bewegung zeigen. Gegen Abend wird vermutlich wieder Leben ins Spiel kommen. Dann werden sich die Erkenntnisse über die US-Ölvorräte in den Preisen niederschlagen. Richtung vollkommen offen! Die Preise bergen weiterhin ein Anstiegspotential, das im heimischen Markt begründet liegt. Die Margen, auf die der Handel während der vergangenen Wochen verzichtete, sind bisher trotz anziehender Nachfrage nur unzureichend aufgebaut.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen