Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Preise fallen dennoch

Gestern sah es so aus, als wolle eine Gegenreaktion auf die starken Preisrückgänge der vergangenen Tage einsetzen. Aber der Markt wollte es schließlich doch anders. Der Verkaufsdruck ist z.Z. so stark, dass es niemand wagte, auf die Gegenrichtung zu setzen. Statt dessen führte die Massenpsychologie zu weiteren Verkäufen und damit zu einem weiteren Rückgang der Preise.

Die Bewegung wird begleitet von wenig aussagekräftigen Nachrichten, die über eine Annäherung der Parteien bei der Ausarbeitung der neuen UNO-Irak-Resolution sprechen. Außerdem werden immer neue Meldungen über überhöhte Liefermengen der OPEC lanciert.

Von diesen Überhöhungen ist im Lagerreport des API allerdings nichts zu spüren. Die jüngste Veröffentlichung gibt folgende Daten über die US-Lager bekannt:

Rohöl gewinnt zur Vorwoche 1,8 Mio. Barrel und steht damit 5% unter dem Vorjahresbestand.

Heizöl und Diesel verlieren 2,4 Mio. Barrel zur Vorwoche und stehen damit 2,3% unter dem Vorjahresbestand.

Benzin verliert 1,5 Mio. Barrel zur Vorwoche und steht damit 5,3% unter dem Vorjahresbestand.

Die Bevorratung ist wirklich knapp. Insbesondere Heizöl und Benzin laufen Gefahr, Versorgungsengpässe zu bekommen. Angesichts dieser Tatsache ist es erstaunlich, dass die Preise weiter nach unten tendieren. Offensichtlich ist der Glaube, dass es zu einer friedlichen Lösung im Irak kommt, derzeit unerschütterlich. Damit hat der Abbau der Kriegsprämie ein weit stärkeres Gewicht in der Preisbildung als die Versorgungsgefahren vor dem kommenden Winter.

Der Gasölpreis reagiert nicht auf die Bestandsdaten. Mit 220$ pro Tonne liegt er leicht unter dem gestrigen Tagesschluss.

Unser Heizölpreis gab gestern weiter nach. Heute Morgen bewegt er sich nicht. Im Laufe des Tages erwarten wir eine Auseinandersetzung zwischen einem weitern Rückgang auf Grund des Trends und einem Gegenhalten auf Grund der jüngsten Erkenntnisse über die US-Bevorratung. Sollten sich die USA wegen zu knapper Vorräte in Europa eindecken müssen, wird es Auftrieb für die Preise geben.

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