Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Preise fallen immer noch

Mittlerweile hat die Steilheit des Preisverfalls Seltenheitswert. Spekulanten gehen offensichtlich zum Ausverkauf ihrer Kontrakte auf steigende Kurse über. Die allgemein erwartete kurzfristige Gegenreaktion blieb bisher aus. Es gibt keine Nachricht mit bullischem Impuls. Im Gegenteil, die Meldungen sind bärisch. Ein auf drei Tage angesetzter Generalstreik nigerianischer Ölarbeiter, der einen totalen Lieferstopp verursachen sollte, wurde bereits nach zwei Tagen abgebrochen. Im Atomstreit mit dem Iran ist die Diplomatie zurückgekehrt. Und beim Wetter über dem Golf von Mexiko herrscht entspannte Ruhe. Der Dollar verlor gestern an Wert. Er nähert sich wieder dem mittleren August-Niveau an. Der Währungseinfluss auf Ölprodukte ist seit Wochen sehr gering.

preistreibende (bullische) Einflüsse: OPEC könnte Fördermengen wegen des Preisfalls senken
Hurrikansorgen in den USA (schwach)
Atomstreit mit dem Iran (schwach)
Instabile Lage im Irak (schwach)
Chinas Nachfrage soll mindestens 10% zum Vorjahr wachsen
Weltweites Nachfragewachstum stetig

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Hurrikanprognose gesenkt
Sanktionen gegen den Iran sehr unwahrscheinlich
Großer Ölfund in den USA
IEA senkt Nachfrageprognose
Gute Vorratslage der OECD-Länder
BP will Alaska-Pipeline bald wieder zu 100% betreiben
Industrieländer wollen alternative Kraft- und Brennstoffe

Unsere Heizölpreise laufen zwar hinter dem Verfall am Weltmarkt her. Aber auch sie beschreiben eine selten steile Abwärtskurve. Die hat mittlerweile das Gros der Heizölverbraucher zum Kauf animiert. Da die Mineralölindustrie keine ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt hat, wird es im Markt extrem eng. Selbst dort, wo die Mengen wieder ausreichend fließen, bildet nun die verfügbare Transportkapazität den Flaschenhals. Besteller müssen sehr lange Lieferzeiten akzeptieren. Dafür bekommen sie aber einen unerwartet niedrigen Preis geboten.

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