Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Preise fliegen davon

Gestern dienten die Daten aus den US-Tanklagern als Ursache für die weiter enteilenden Preise. Die markierten für Rohöl, Gasöl und Benzin erneut Jahreshöchststände. Der gesamte Ölkomplex befindet sich in einem extrem stabilen Aufwärtstrend. Bisher deutet nichts auf eine Überhitzung des Preisanstiegs hin. Der Dollar vollzieht nur geringe Bewegungen. Er bringt keine Entlastung.

0,1 Mio. Barrel Öl gegenüber der Vorwoche beträgt das Minus der Lagerbilanz, die das DOE (Department of Energy) vorlegte. Das API (American Petroleum Institute) meldete immerhin ein Minus von 1,9 Mio. Barrel. Die Zahlen enttäuschten. Die nächste Stufe der Kursrakete wurde gezündet und trieb den Schlusskurs für Texas-Öl auf ein 13-Jahres-Hoch.

Die Lagerdaten lesen sich im Einzelnen wie folgt:
Rohöl: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. ?0,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: ?0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. ?0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: ?0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. ?1,2 Mio. Barrel (API)

Die Importe sind geringer als eine Woche zuvor. Sie liegen aber deutlich über den Vorjahreszahlen. Die Raffinerieauslastung ist weiterhin schlecht. Viele Raffinieren befinden sich in der Umstellung auf die Sommerproduktion.

Vor einem Jahr war der Füllstand in den Lagern bezogen auf alle Produkte 3,2% tiefer. Die Preise waren ca. 10% geringer und sie befanden sich im freien Fall. Damals herrschte Hoffnung, dass der Irakkrieg ein Mehr an Öl bringen wird. Heute herrscht die Meinung, dass Öl ein knappes Gut werden wird. Es war und ist sehr viel Psychologie im Spiel. Die fundamentalen Daten über Reserven, Fördermengen und Verbrauch können den Unterschied zwischen dem Vorjahr und heute nicht erklären.

An den Märkten feiern die Spekulanten Party. Das lockt offensichtlich immer neue Spieler aufs Parkett. Die OPEC wird nicht müde zu betonen, dass diese Spekulanten der Grund für die davon fliegenden Preise sind. Die eigenen Lieferkürzungen, die zwar nicht unbedingt realisiert werden, deren Beschluss aber fast täglich bestätigt wird, geben den Partygängern die Musik für die gute Laune. Die OPEC hat, daran ändern auch anders lautende Statements nichts, viel Freude an den hohen Preisen. Wäre es anders, handelte das Kartell.

So wie die Preise derzeit laufen, ist die 40-Dollar-Marke für Texas-Öl und die 35-Dollar-Marke für Brent in greifbare Nähe gerückt. Nach oben sind keine natürlichen Grenzen gesetzt.

Gasöl hat die 300-Dollar-Marke überschritten. Vor etwas mehr als einem Jahr war Gasöl teurer als 350$. Es besteht also noch Luft zu bereits da gewesenen Kursen. Heute Morgen kostet die Tonne 304,25$.

Unsere Heizölpreise fliegen mit dem Weltmarkt. Es gibt derzeit keinen Grund, Heizöl zu kaufen. Es sei denn, der Tank ist leer. Verbrauchern, die sich diesem Umstand stellen müssen, sei gesagt, dass Heizöl vor einem Jahr rund 12% teurer war. In spätestens zwei Wochen werden wir schreiben müssen, Heizöl ist nun teurer als ein Jahr zuvor.

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