Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Preise geben nach

Die US-Bestandsdaten brachten die Preise gestern zum Schwingen. Ihr Fall wird mit den erneut aufkommenden Rezessionsängsten in Verbindung gebracht. Dabei darf die Frage gestellt werden, ob fundamentale Einflüsse überhaupt eine Bedeutung haben. Angesichts der irrationalen Kursbewegungen der letzten Tage besteht hieran ernsthafter Zweifel. Der Markt wird von Spekulanten beherrscht. Die Preisbildung ist ihnen zum Opfer gefallen. Der Dollar gibt nach schlechten Wirtschaftsdaten für die USA nach. Derzeit stehen die Indikatoren wieder auf Rezession.

Als DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) die Daten über die wöchentliche Veränderung in den US-Tanklagern verlauten ließen, standen die Preise bereits tiefer als am Vortag. Als Reaktion auf die Bestandsdaten stiegen sie. Das wurde unter anderem mit stärker als erwartet gefallenen Heizölbeständen und mit den Differenzen in beiden Datensätzen begründet. Die Zahlen im Einzelnen:

Rohöl: +4,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -4,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,8 (DOE) bzw. ein Abbau von 3,3 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind gegenüber der Vorwoche und dem Vorjahr gefallen. Die Raffinerieverfügbarkeit ist ebenfalls gefallen auf nun 83,5 Prozent. Ihr stetiger Rückgang ist ein immerwährendes bullisches Element in der Vielfalt der Einflussfaktoren. Die Bestandsdaten haben aber auch eine bärische Sichtweise zu bieten. Diese steckt in dem überraschend hohen Zufluss an Rohöl.

Gegen 18:00 Uhr wendete sich das Blatt für die Preise. Es ging rasant abwärts. Wobei auch diese Richtung bis zum Handelsschluss wechselhaft gehandhabt wurde. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass schlechte Kunde aus der Konjunkturbeobachtung ursächlich war. Die Tatsache, dass Spekulanten in jeweils großer Zahl auf unterschiedliche Richtungen setzen, wirkt definitiv verstärkend. Die Kurs entstanden schließlich als endogene Reaktion.

Für den weiteren Verlauf der Preise gibt es aus Verbrauchersicht neue Hoffnung. Da die Rezessionsängste plötzlich wieder handelt werden, wächst die Chance auf Preisrückgang. Dieser schien zuletzt vollkommen abwegig zu sein, weil Spekulanten den Markt mit hohem Engagement aufwärts drängten. Die zuvor diskutierten fundamentalen Einflüsse aus Nigeria, Venezuela und dem Iran, von der OPEC, vom Wetter und andere Nachrichten waren gestern nur uninteressante Randerscheinungen.

Heute Morgen halten die Preise das gestern erreichte Niveau. Eine Richtung des Preisverlaufs ist noch nicht zu erkennen. Die Tonne Gasöl kostet 891,75 $.

Unsere Heizölpreise geben nach. Wenn sich das Thema Rezession in den USA wieder mit etwas Beharrlichkeit an den Börsen etablieren sollte, gibt es Hoffnung auf eine Rücknahme der hohen Preise. Sollte es nur eine Tagesnotiz gewesen sein, ist die Hoffnung unberechtigt. In dem Fall müsste mit noch höheren Heizölpreisen gerechnet werden.

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