Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Preise halten Niveau

Scharen von Analysten und Händlern verkünden es jeden Tag aufs Neue. Der Markt bekommt zu viel Öl. Der tägliche Bedarf beträgt ca. 78 Mio. Barrel. Die aktuelle Fördermenge liegt bei 80 Mio. Barrel am Tag. Die Überproduktion könnte deutlicher nicht belegt werden. Also müssen die Preise fallen. Daran sollte es keinen Zweifel geben.

Sie fallen aber nicht. Hartnäckig halten sie ihr Niveau gegen alle Erwartungen. Und es gibt triftige Gründe dafür. Erstens ist da der Umstand, dass die Tanklager nicht wie erwartet von Woche zu Woche voller laufen. Zweitens gibt es intensivste Bemühungen der OPEC, die Mengen zu drosseln. Über die im April getroffenen Beschlüsse hinaus möchte die Führung im Juni weitere Kürzungen beschließen lassen. Drittens sorgt der Terroranschlag in Riad für preistreibende Börsenpsychologie. Viertens sind die Störungen in Nigeria immer noch nicht überwunden. Abermals können Lieferverträge streikbedingt nicht erfüllt werden. Der Ausfall beträgt rund 0,15 Mio. Barrel pro Tag. Fünftens gibt es ähnlich lautende Meldungen aus Venezuela. Das ist viel Kleinkram, der in Summe schlechte Stimmung unter den auf fallende Preise setzenden Händlern verbreitet.

Ihnen kommt derzeit nur eine erfreuliche Meldung entgegen. Im Irak scheint der Aufbau langsam voranzukommen. Die Raffinerie in Basrah soll bis Ende Mai wieder das Produktionsvolumen der Vorkriegszeit erreichen. Britische Ingenieure unterstützen die irakischen Arbeiter unbürokratisch insbesondere bei der Beschaffung von Ausrüstungsteilen. Die Plünderungen hat man wie verlautet im Griff. Insgesamt sind die Erwartungen an die Ölproduktion des zukünftigen Iraks mittlerweile aber sehr gedämpft.

Heute Morgen bewegt sich der Gasölpreis nur mäßig. Mit 228$ pro Tonne bleibt er am oberen Rand der Handelsspanne vom Freitag.

Unsere Heizölpreise geben ein wenig nach. Sie werden in ihrem Abwärtsdrang, wie so oft in letzter Zeit, vom fallenden Dollar kräftig unterstützt. Spekulativ eingestellte Verbraucher sollten für einen guten Kauf auf die nächsten zwei Wochen setzen. Sehr viel werden sie aber vermutlich gegenüber einer Order zu den derzeit ohnehin sehr guten Preisen nicht sparen können.

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