Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Preise schwingen seitwärts

Die Grundbewegung der Preise zeigt aktuell ein stabiles Bild. Die Rohölpreise liefen in den letzten Wochen seitwärts. Die Heizölpreise hatten einen schwachen Hang zur Teuerung. Aus den Marktberichten ergibt sich nun allerdings der Eindruck, dass ein neuer Preisschub bevorsteht. Erstaunlich wäre er sicher nicht. Immerhin befindet sich der Markt in einem langfristigen Aufwärtstrend mit vollkommen offenem Ende. Der Dollar arbeitete in der letzten Woche gegen einen bevorstehenden Abwärtstrend. Am Freitag erhielt er nach schlechten Daten über den US-Immobilienmarkt einen neuen Impuls, der ihn in den erwarteten Trend zurück drückt.

Die Rahmenbedingungen für die Preisbewegung haben sich gegenüber der Vorwoche kaum geändert. Die geopolitische Lage ist anhaltend instabil. Die Versorgungslage ist aktuell gut. Die Aussichten sind es weniger. Der einzige neue Aspekt, der den Börsenakteuren Angst einflößt, ist die näher rückende Hurrikansaison für die USA. Sie beginnt offiziell am 01. Juni. Angesichts der Verwüstungen, die diverse Hurrikane in den letzten zwei Jahren hinterlassen haben, ist der gefühlte Stress beim bloßen Gedanken an die nächste Saison spürbar. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sich die Preise bis zum Ende der Saison tendenziell stärker aufwärts bewegen werden. Im Falle eines glimpflichen Verlaufs kann mit einer heftigen Gegenbewegung gerechnet werden.

Ein Thema, das sich bei angemessener Akribie besser in Zahlen ergründen lässt als die Wetteraussichten, ist die Kapazität der Versorgungseinrichtungen und hier besonders der Raffinerien. Auf mangelhafte Volumina wird seit mindestens zwei Jahren hingewiesen. Abhilfe konnte in der kurzen Zeit nicht geschaffen werden. Sie wurde aber in vielen Ländern immerhin auf den Weg gebracht. In den USA geschah nicht einmal das. Neben investitionsunwilligen Ölgesellschaften hatte die Bevölkerung keine Freude an dem Gedanken, weitere Abgasemittenten in ihrer Nähe zu haben. Die Stimmung ist nun als Folge hoher Benzinpreise umgeschlagen. 83 Prozent der US-Bürger wünschen mittlerweile Raffinerieneubauten. Ob es hilft, wird sich zeigen.

Weltweit wird ordentlich in Raffinerien investiert. Insbesondere in Asien und im Nahen Osten entstehen neue Anlagen. Die werden auch dringend gebraucht, denn auf Grund schärferer Umweltschutzbedingungen in vielen Staaten, ist die Ware aus einigen bestehenden Anlagen nicht mehr verkaufbar. Immer mehr Abnehmer brauchen Produkte aus immer weniger gut gerüsteten Raffinerien. Europa ist momentan einer der ganz großen Benzinexporteure. Trotz guter Kapazitäten ist der Preisauftrieb nicht zu verhindern. Das Geschäft ist weltumspannend. Regionale Überkapazitäten können die Preise bei globalen Unterkapazitäten nicht drücken. Preisauftrieb wird es auch bei Diesel und Heizöl geben. Wie beim Benzin ist die immer häufiger geforderte schwefelarme Ware knapp.

Investiert wird nicht nur in neue Förderanlagen und Raffinerien. Investiert wird vor allen Dingen in Anlagen für die Nutzung regenerativer Energien. Alternative Kraft- und Brennstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind momentan zwar noch Nischenprodukte. Sie werden aller Voraussicht nach aber schnell größere Marktanteile erobern, vorausgesetzt der Mineralölpreis bricht nicht wieder so zusammen wie in den 1980er und 1990er Jahren.

Raffineriekapazität und Hurrikansaison werden den Markt in den kommenden Monaten als Hauptthemen bewegen. Ob sie tatsächlich schon in Kürze für deutlich steigende Preise sorgen werden, ist reine Spekulation. Charttechnisch kann man das zwar aus dem Verlauf der letzten Monate interpretieren. Man muss es aber nicht. Die Seitwärtsbewegung könnte durchaus noch eine Fortsetzung bekommen. Die Veränderung in den Engagements der großen Spekulanten unterstützt allerdings den bullischen Verdacht.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis noch keine Richtung preis. Er wird auf dem Niveau vom Freitag gehandelt. Die Tonne kostet 566,50 $.

Unsere Heizölpreise sinken schwach gegenüber Freitag. Der fallende Dollar setzt sie unter leichten Abwärtsdruck. Da die unwahrscheinlichste aller wesentlichen Bewegungsrichtungen die deutliche Abwärtsbewegung ist, Tagesveränderungen werden ausdrücklich ausgenommen, empfehlen wir Verbrauchern, eben diese Tagespreisschwankungen für einen baldigen Heizölkauf zu nutzen.

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