Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Preise steigen wieder

Die Charts deuteten es bereits an. Die Märkte folgten ihren Rufen. Gestern ging es wieder aufwärts. Wenn heute Nachmittag anlässlich der Veröffentlichung der US-Ölvorräte keine gegenteilige Überraschung präsentiert wird, werden die Preise in den nächsten Tagen steigen.

Der einzige fundamentale Grund für steigende Preise ist das Wetter. In den USA wurden Schneeflocken gesehen. Das ruft in Erinnerung, dass zu dieser Jahreszeit mit tiefen Temperaturen zu rechnen ist. Und das gibt den Heizölpreisen Auftrieb. So war es gestern geschehen. Doch das Argument ist schwach. Denn von Aussichten auf wirklich tiefe Temperaturen weiß kein Wetteramt zu berichten.

Der Rest aller fundamentalen Argumente weist die Preise in die umgekehrte Richtung. Im Irak soll die Ölproduktion trotz Terrors inzwischen stabil bei 2,2 Mio. Barrel pro Tag liegen. Im ersten Quartal 2004 sollte sie 2,8 Mio. Barrel pro Tag erreichen. Russland ist durch eine Steigerung der Produktion um über 11% zum Vorjahr mit nun 8,4 Mio. Barrel pro Tag zum größten Ölproduzenten der Welt aufgestiegen. Die Position hält allerdings nur von Saudi Arabiens Gnaden. Denn das Land übt derzeit Verzicht. Wenn sie wollten, könnten die Scheichs 10 Mio. Barrel pro Tag pumpen. Die OPEC wird am Donnerstag kaum die Möglichkeit haben, eine weitere Förderbeschränkung zu beschließen. Die Preise sind zur Zeit unverschämt hoch. Das wird selbst im Kartell so gesehen. Daher sind den Ölministern trotz ihrer Sorge vor einem drohenden Preisverfall die Hände gebunden.

Relativiert wird die Ansicht über die hohen Preise allerdings, wenn man den Dollarkurs mit ins Kalkül zieht. Da die OPEC-Staaten nicht nur in Dollarwährung einkaufen, sich das Öl aber mehrheitlich in Dollar bezahlen lassen, haben sie nicht das in der Kasse, was die Zahlen vorzugeben scheinen. Gegenüber einem mittleren Euro-Niveau steht der Dollar 20% zu tief. Umgerechnet auf den OPEC-Korbpreis bedeutet das, dass er aktuell nicht wie ausgewiesen 28$ wert ist sondern nur 22,5$.

Die Mehrheit der Marktteilnehmer sieht dennoch oder folgerichtig sinkende Preise auf uns zukommen. Die aktuelle Bewegung präsentiert sich umgekehrt. Sie wird durch die Charttechnik dominiert. Und da hat sich in den letzten Tagen nach einer kurzen aber heftigen Abwärtsfahrt ein Richtungswechsel herausgebildet. Darüber hinaus ist ein längerfristiger Aufwärtstrend zu entdecken, dem die Preise zu folgen scheinen. Sollte das so sein, werden sie mal wieder um mindestens 2$ steigen.

Gasöl hat sich gestern deutlich verteuert. Heute Morgen herrscht gespannte Ruhe in den Preisen. Die Tonne kostet inzwischen wieder 256$.

Unsere Heizölpreise verteuerten sich gestern. Sie folgten in abgeschwächter Form dem Weltmarkt. Wieder verhalten sich Rohölpreise und Dollarkurs konträr. Das beruhigt die nervösen Ölpreisbewegungen. In den nächsten Tagen rechnen wir mit anziehenden Heizölpreisen. Wir glauben aber nicht, dass es zu exorbitanten Anstiegen kommen wird. Die Preise werden für notwendige Käufe akzeptabel bleiben. Vermutlich werden sie sich im Bundesdurchschnitt in einem Band zwischen 32,5 und 34,5 Cent pro Liter einpendeln.

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