Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Preise unter Abgabedruck

Es ist eine schöne Bewegung. Sie annullierte in den letzten drei Wochen über die Hälfte der jährlichen Ölpreissteigerung. Jährlich meint nicht nur die ersten Monate dieses Jahres, sondern die letzten zwölf Monate. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Der fällt auf den Euro. Er verlor gegenüber dem Dollar im gleichen Zeitraum 14 Prozent. Damit relativiert sich der Einspareffekt, den der Ölpreisfall auf Heizöl hat. Immerhin gibt es für Heizöl einen Preisrückgang. Das hätte auch anders kommen können. Vor einem Monat konnte man noch nicht ahnen, dass die Börsen derart in die Knie gehen, wie sie es dann taten. Die Finanzindustrie strotzte vor bullischem Selbstbewusstsein. Aktienkurse und Ölpreise kannten nur eine Richtung. Aufwärts. Ihre Engagements nahmen stetig zu. Die Zahl der offenen Rohölkontrakte näherte sich den Werten der Vorcrashzeit. Die Heizölkontrakte erreichten ein Allzeithoch. Einzig der Dollar zeigte eine Richtung, die man eher aus krisenhaften Zeiten kennt.

Aber es waren nicht die Zeichen des Dollaranstiegs, die uns auf eine weitere Krise einstimmten. Auf dem Auge waren wir blind. Es war die wachsende Entfernung der Ölpreise vom marktgerechten Wert der Ware, die uns eine weitere Krise erwarten ließ. Die Stimmung an den Börsen deutete darauf hin, dass vor dem nächsten Crash noch weit mehr spekulativer Preisabstand zur Realwirtschaft herstellbar wäre. Das sollte nicht geschehen. Stattdessen drehte die Stimmung schlagartig mit der öffentlichen Entdeckung unsolider Staatshaushalte. Die wurden zunächst nur in einigen europäischen Staaten identifiziert. Über kurz oder lang wird man sie für fast alle Staaten ausrufen. Den Absturz der Indizes und der Ölpreise als Crash zu bezeichnen, wäre übertrieben. Gleichwohl ist dieser Absturz Zeichen einer weiteren Krise bzw. der nicht überwundenen Krise. So sehr die Politik für ihr beherztes Eingreifen in der durch Lehman ausgelösten Krise gelobt wurde, so wenig wurde die Krise durch eben dieses Eingreifen gelöst. Das zeigt sich nun deutlich. Es wird auch klar, dass nicht Lehman die Krise war, sondern dass die Krise längst im System angelegt war. Anzeichen und Hinweise darauf wurden seit Jahren genannt. Sie wurden als Spaß- und Stimmungsbremse verunglimpft und abgetan.

Was soll angesichts der Krisenzeichen aus dem Ölpreis werden? Es gibt Stimmen, die den aktuellen Fall als ausreichend bezeichnen und eine erneute Umkehrung der Börsenstimmung zu steigenden Preisen ankündigen. Die finanzielle Unterstützung der Politik zur Beruhigung der Märkte, die de facto immer eine Einladung zur exzessiven Spekulation ist, könnte dafür sprechen. Dem steht allerdings entgegen, dass es einschneidende Regulierungen geben wird, die nun wirklich eine Spaßbremse für die Finanzindustrie sein sollen. Diese werden nicht hierzulande ersonnen und eingeführt. Sie greifen in den USA. Dort hat man sich im Gegensatz zu Deutschland und der EU seit dem großen Crash intensiv mit der Materie beschäftigt, diskutiert und gehandelt. Natürlich sind auch die nun beschlossenen Maßnahmen nur Reaktionen auf die in grenzenloser Freiheit geboren Aktionen der Finanzjongleure. Insofern sind sie kaum besser als die diesseits des Atlantiks beschlossenen Maßnahmen. Aber immerhin wurde dort über die Maßnahmen nachgedacht. Hier wird nur schnell geschossen. Neben der Spaß hemmenden Regulierung macht sich die Finanzwirtschaft ernsthafte Sorgen um die Stabilität der Finanzsysteme. Auch das drückt auf die Stimmung. Denn was nützen all die schönen Gewinne, wenn das Geldsystem durch exzessive Überbeanspruchung baden geht? Mittlerweile hört man aus der Finanzszene fundamentalere Kritik an den bestehenden Verhältnissen als sie die Politik formuliert. Beide Umstände, Regulierung und Sorge vor einem Absturz der Finanzsysteme, sprechen aus unserer Sicht nicht dafür, dass die Hochpreisspekulation kurzfristig wieder zum Business as usual wird. Eher wäre eine Art Moratorium der Akteure angebracht. Das setzt kühle Distanz voraus. Wenn die Angst dominiert, kann es eigentlich nur abwärts gehen.

Ein Moratorium des Handels zu Gunsten des Denkens wäre wünschenswert. Es wird wohl Wunsch bleiben. Die Politik handelt getrieben. Dabei kommt nichts Gutes heraus. Das gilt nicht nur für die Finanzpolitik. Es gilt auch für die Energiepolitik. Bis zum Herbst, so der Plan, soll eine neue energiepolitische Grundlage stehen. Vor Kurzem hat die Bundesregierung mit einem Effizienzgesetz unter dem Titel Energiedienstleistungsgesetz gezeigt, wie wenig von ihr zu erwarten ist. Das Gesetz soll dazu beitragen, dass der Energieverbrauch privater Haushalte sinkt. Es handelt sich bei diesem Verbrauch um die Toppposition der deutschen Energiebilanz. Wenn die energetische Welt morgen eine andere sein soll, muss an dieser Stelle sehr viel passieren. Das, was die Bundesregierung beschlossen hat, ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist. Das Gesetz schreibt nicht Wege der Veränderung vor, sondern umschreibt Maßnahmen, die es längst gibt. Diese bleiben weiterhin vollkommen unverbindlich. Indem Sie beispielsweise unser Logbuch für den Heizölverbrauch verwenden, machen Sie weit mehr zum Thema, als das neue Gesetz von Ihnen fordert. Womit Sie sich als Schrittmacher zum Energiekomplex im Haushalt zeigen und nicht etwa die Bundesregierung.

Heute Morgen nimmt die Preisrichtung an den Börsen den Lauf der Angst. Öl wird billiger. Der Dollar steigt. Die Tonne Gasöl kostet 589 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 68,39 Dollar und in London 69,45 Dollar. Der US-Dollar wird zu 81,69 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise geben trotz des deutlichen Ölpreisabgangs nicht nach. Der Dollar hält dagegen. Die Chancen für günstigere Preise bleiben gleichwohl bestehen. Der Abwärtsdruck am Ölmarkt ist enorm hoch. Eine Umkehr ist nicht in Sicht. Dennoch sollte man nicht so vermessen sein, eine plötzliche Rückkehr bullischer Impulse auszuschließen. Eine preisliche Entspannung kann neue Aufwärtskräfte freisetzen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

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