Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Preise weiter abwärts

Gestern gaben die Notierungen am Weltmarkt weiter deutlich nach. Die Abwärtsbewegungen sind immer noch in einer Beschleunigungsphase. Trotz des Preisrückgangs der letzten Tage konnten die wesentlichen Aufwärtstrends am Weltmarkt noch nicht durchbrochen werden. Der Dollar setzte seinen Wiederanstieg fort.

Das Wetter und die Heizölvorräte werden als Motiv für die fallenden Preise genannt. Es ist moderat kalt. Mehr als die aktuellen Temperaturen interessiert die Analysten aber die Veränderung der Lagerbestände während der letzten Woche, in der es sehr kalt war. Und die, so finden sie, lässt den Schluss zu, dass die Vorräte für den Winter ausreichen. Damit bestehe kein Grund mehr für die hohen Preise.

Ein Vergleich der US-Lagerbestände und der Preisentwicklung bestätigt diese Meinung. Die aktuellen Heizölbestände sind 15% höher als vor einem Jahr, 5% niedriger als vor zwei Jahren und 12% höher als vor drei Jahren. Die Preise sind etwas niedriger als vor einem Jahr, 40% höher als vor zwei Jahren und 14% höher als vor drei Jahren.

Mit Sorge werden zwar weiterhin die historischen tiefen Rohölbestände angesehen. Dass das Rohölangebot dagegen hoch ist und nicht durch die US-Vorräte widergespiegelt wird, ist nicht nur die Meinung der OPEC. Der deutsche Mineralölwirtschaftsverband nennt in seiner jüngsten Publikation ein Überangebot 0,7 Mio. Barrel pro Tag. Wir wiesen mehrmals darauf hin, dass die Öllagerung vermutlich neu bewertet werden muss. Die Gesellschaften benötigen auf Grund einer optimierten Logistik wahrscheinlich weniger Vorräte für ihre Raffinerien.

Die Fonds scheinen sich der Analystenmeinung anzuschließen und verkaufen ihre Longpositionen. Da es viel zu verkaufen gibt, können die Preise tief fallen. Charttechnisch haben die Rohölpreise in einer ersten Stufe noch etwa 1,5$ und in einer zweiten Stufe rund 3,5$ Luft nach unten. Diese Bewegungen können sie vollziehen, ohne dabei längerfristige Aufwärtstrends zu verlassen.

Der Dollarverlauf nimmt für europäische Verbraucher momentan zwar die falsche Richtung. Da die Ölbewegung aber sehr stark ist, tritt die Währung bei der Preisbildung hierzulande in den Hintergrund.

Gasöl hat sich zu gestern Morgen wieder verbilligt. Die Tonne kostet 258,50$.

Unsere Heizölpreise entwickeln sich prächtig. Sie haben überall 4-Monats-Tiefs erreicht. Im Süden sind sie sogar auf Halbjahres-Tiefs gefallen. Und es sollte noch weiter abwärts gehen. Unsere Skepsis, dass sich die Bewegung sehr schnell wieder umkehren könnte, weicht langsam. Wir gehen mit einem ?Guten Zeiten voraus? ins Wochenende.

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