Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Preise ziehen stark an

Der Markt steht im Bann der Iran-Krise. Und die wird aktuell streng bullisch gesehen. Wie hoch das Preisauftriebspotenzial derzeit ist, wurde vorgestern an der Börse demonstriert, als Gerüchte über ein angegriffenes amerikanisches Schiff im persischen Golf innerhalb von Minuten einen achtprozentigen Anstieg verursachten. Der Anstieg wurde zurückgenommen, nachdem der vermutete Vorfall von keiner Seite bestätigt wurde. Gestern ging die Preisentwicklung dennoch weiter aufwärts, weil negative Phantasien zur Entwicklung des Atomkonflikts reichlich Nährboden fanden. Börsianer phantasieren beispielsweise über eine Blockade der Straße von Hormuz durch den Iran. Damit wären 20 Prozent des Weltölbedarfs vom Markt abgeschnitten. Der Dollar erholte sich gestern, nachdem der Notenbankchef Bernanke die Inflationsgefahr für die USA zurückstufte und Sorgen über eine Rezession dämpfte.In den nächsten Tagen werden widersprüchliche Regungen aus Teheran erwartet. Die Affäre um die britischen Soldaten dürfte nicht die ungeteilte Zustimmung der politischen Elite des Landes bekommen. Der Vorgang fiel in eine Ferienphase, in der nicht alle Köpfe aktiv waren. Ab dem Wochenende wird ein Streit hinter den Kulissen um die weitere Vorgehensweise vermutet. Danach gilt die Freilassung der festgehaltenen Soldaten als wahrscheinlich. Der bullische Kurs der Preisentwicklung sollte kurzzeitig entschärft werden.Weniger scharfe aber dafür dauerhafte bullische Impulse werden vom US-Markt geliefert. Hier sind es sowohl die schlecht funktionierenden Raffinerien als auch die steigende Nachfrage nach Benzin. Zur Lage der Raffinerien sind sich die Beobachter einig. Zur Nachfragesituation gibt es unklare Signale von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), den Institutionen, die über die Lagerbewegungen Buch führen. Erneut lieferten sie gestern widersprüchliche Daten zur Veränderung in der Vorwoche.Rohöl: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,9 Mio. Barrel (API)Heizöl und Diesel: -0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,1 Mio. Barrel (API)Benzin: -0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,2 Mio. Barrel (API)In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,9 (DOE) bzw. 0,4 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind geringer als vor einer Woche und vor einem Jahr. Die Raffinerieverfügbarkeit stieg von 86 auf 87 Prozent. Der Anstieg wie auch die absolute Zahl sind ungenügend. Hier liegt ein wesentliches Problem der Preisentwicklung. Die USA decken sich wie in den Vorjahren in nennenswertem Maß am Weltmarkt mit Benzin ein. Das führt nicht zuletzt in Deutschland zu steigenden Preisen an den Tankstellen.Bedingt durch die bullische Lage holen die Rohöl- und Heizölpreise stark gegenüber den Benzinpreisen auf. Während Benzin seit Mitte Januar einem streng bullischen Trend folgt, schließen Rohöl und Heizöl erst seit wenigen Tagen auf. Zuvor war man sich am Markt noch uneins, ob sich der Benzinpreis dem seitlichen Trend von Rohöl und Heizöl annähern würde. Diese Frage gilt nun kurzfristig als entschieden.Zu den bullischen Phantasien dieser Tage passen neue Prognosen zur Hurrikansaison 2007. Britische Forscher rechnen mit besonders vielen Wirbelstürmen im Atlantik. Insgesamt werden 17 Tropenstürme erwartet, von den neun über 119 Kilometer pro Stunde erreichen sollen und vier eine besonders hohe Zerstörungskraft haben werden. Eine ähnliche Vorhersage gab es auch für 2006. Kein einziger zerstörerischer Sturm traf schließlich auf dem US-Festland ein.Heute Morgen gibt der Gasölpreis etwas nach. Eine Tendenz lässt sich daraus noch nicht ableiten. Die Tonne kostet 571,50 $.Unsere Heizölpreise folgen einem steilen kurzfristigen Aufwärtstrend. Die Irankrise entzieht dem ursprünglichen Seitwärtstrend die Daseinsberechtigung. Noch sind die Heizölpreise rund acht Prozent niedriger als vor einem Jahr bei einer Liefermenge von 3000 Liter. An diesem Vorteil wird aber gesägt.

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