Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Preiseinbruch nur von kurzer Dauer

Der Preiseinbruch der vergangenen Woche war eine Reaktion auf die Turbulenzen an den Kapitalmärkten. Ausgelöst durch die US-Immobilienkrise flohen Spekulanten aus ihren Engagements in Aktien und Futures. Das erzeugte einen bärischen Sog, der durch neue Engagements in Kontrakte auf fallende Kurse verstärkt wurde. Zwar ist der Ausgang der Immobilienkrise noch vollkommen offen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ölpreise erneut anziehen werden, ist aber bereits gestiegen. Am Freitag gab es entsprechende charttechnische Signale. Der Dollar, der ebenfalls turbulente Bewegungen vollzog und unerwartet teurer wurde, dürfte wieder an Wert verlieren.

Als fundamentale Begründung für den Preisverfall wurde die Sorge vor einem Einbruch der US-Wirtschaft genannt. Dadurch würde die Ölnachfrage sinken. Diese Begründung ist schwach. Man geht trotz der bekannten Probleme in den USA von einem robusten weltweiten Wirtschaftswachstum aus. Das führt zu der Prognose der IEA (Internationale Energie Agentur), dass die Weltölnachfrage in 2008 um 2,5 Prozent höher sein wird als in diesem Jahr. Der Bedarf wird bei 88,2 Mio. Barrel pro Tag erwartet. Das ist ein Plus von 2,2 Mio. Barrel pro Tag. Diesen Bedarf reibungslos zu decken, ist eine Herausforderung. Wenn die Nachfrage in den USA einen kaum zu erwartenden Rückgang in Höhe von 10 Prozent überfiele, bliebe die weltweite Nachfrage dadurch konstant. Dieser Umstand brächte die Preise sicher unter Druck. Angesichts der Signale, dass die Aufrechterhaltung oder sogar die Erhöhung der Förderung schwieriger ist als erwartet, würde dieser Druck aber kaum zu einem galoppierenden Preisverfall führen. Ein realistischeres Szenario ist hingegen, dass die Probleme der Kreditwirtschaft durch die platzende US-Immobilienblase mit vereinten Anstrengungen gemeistert werden und die US-Ölnachfrage nur mäßig sinkt. Somit stiege die weltweite Nachrage deutlich. Dieses Szenario war und ist die Grundlage für den Aufwärtstrend der Preise.

Sollte die Immobilienkrise hingegen nicht gelöst werden können, drohte der Welt ein Zusammenbruch der Währungssysteme. Wenn das geschähe, wäre die Spekulation über die Zukunft des Ölpreises von geringem Interesse.

Ein weiteres Argument für steigende Preise wird von Wetterämtern geliefert. Die erwartete Hurrikanaktivität in den USA soll nun doch höher sein, als in den jüngsten Prognosen angenommen wurde. Wettervorhersagen über einen Zeitraum von mehreren Monaten sind zwar eher ein Lotteriespiel. Insofern lohnt es sich kaum, der Prognose Aufmerksamkeit zu schenken. Sie beeinflusst aber die Haltung der Börsenteilnehmer. Eine Grundstimmung kann dadurch verstärkt werden. Wenn die Vorhersage im September oder Oktober zufälligerweise auch noch zuträfe, brächte sie einen erheblichen eigenständigen bullischen Impuls. Hierfür ist das Jahr 2005 beispielhaft.

Wenig Einfluss ist dagegen von den Unruheherden Nigeria und Irak zu erwarten. Es gibt einen Gewöhnungseffekt im Bezug auf die Unsicherheit der Förderung in den Gebieten. Aktuell meldet die IEA ein nennenswertes Plus der Lieferungen gegenüber dem Vormonat. Das wird aber kaum als stabil angenommen.

Die Bedeutung der Raffineriekapazität sollte langfristig sinken. Im Fall schwerer Sturmschäden im Süden der USA dürfte zwar erneut ein bullischer Effekt eintreten. Als Folge des weltweiten Aufbaus werden die Raffinerien aber ihr langjähriges Auftriebspotential verlieren. Die IEA meldet eine Kapazitätserhöhung von 0,5 Mio. Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonat. Dieser Umstand ist freundlich aber noch kein Zeichen von Nachhaltigkeit.

Heute Morgen ist der Gasölpreis höher als am Freitag. Die Tonne kostet 619,00 $. Die Tendenz weist leicht aufwärts.

Unsere Heizölpreise steigen geringfügig. Sie bewegten sich in den letzten Tagen unregelmäßig seitwärts. Nun bekommen sie eine leichte Aufwärtskomponente. Aktuell beträgt der Preisvorteil zum Vorjahr rund zehn Prozent bei 3000 Liter Liefermenge. Im Laufe dieses Monats sollte der Vorteil nach unserer Einschätzung erhalten bleiben. Danach sehen wir ihn sinken.

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