Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Preiseinbruch verlangt Horrorvisionen

Die Volkswirtschaftlichen Ableitungen von OPEC, IEA (Internationale Energie Agentur) und EIA (US-Energieministerium) reduzieren allesamt ihre Konjunkturprognosen und als Folge daraus die Erwartungen an die Ölnachfrage. Es handelt sich allerdings um moderate Anpassungen. Nach wie vor wird eine Steigerung des globalen Verbrauchs angenommen. Sie liegt im Bereich von 1,5 Prozent. In naher Zukunft kann das Wachstum durch die bekannten Reserven bedient werden. Aktuell werden diese bedingt durch politische Unruhen und Veränderungen nicht vollständig genutzt. An ihrer Wiederherstellung wird gearbeitet. Die für Europa wichtigen Quellen in Libyen sollen binnen 6 bis 15 Monaten auf Vorkriegsniveau ausgebeutet werden. Die irakische Regierung bemüht sich um eine deutliche Steigerung ihrer Fördermengen. Gleiches gilt für den Iran und Venezuela. In Afrika gibt es vielfältiges Potenzial zum Aufbau neuer Förderkapazitäten. Selbst in Nordamerika wird wieder mehr Öl produziert. In den meisten Fällen gelingt das, weil das Preisniveau dies wirtschaftlich zulässt. Bei einem niedrigeren Ölpreis würden viele kleine Quellen außer Betrieb genommen werden. Eine Ölschwemme ist trotz des Aufbaus oder der Erneuerung von Kapazitäten nicht zu erwarten, da die Produktion in vielen alten Ölquellen sinkt. Alles in allem ist die Ölversorgung für die kommenden Jahre gesichert, wenn keine nennenswerten politischen Störungen diese behindern. Bei sich wunschgemäß entwickelnder Konjunktur wird der Ölpreis kontinuierlich steigen, weil sowohl die Förderkosten als auch die Profiterwartungen steigen. Ein Konjunkturrückgang kann zu moderaten Preissenkungen führen. Mehr ist deshalb nicht realistisch, weil die Ölnachfrage nur moderat zurückgehen wird. Ein Preiseinbruch ist nur als Folge einer dramatischen Finanzkrise mit Horrorvisionen für die Wirtschaftsentwicklung zu erwarten.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Obama soll ein Hilfspaket für die Wirtschaft schnüren
Notenbanker reden US-Wirtschaft schön
Aussicht auf neuen Geldsegen der FED
Chinas Ölkonsum wächst rasant
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
Nordsee-Öl fließt unzureichend

preisdrückende (bärische) Einflüsse: US-Konjunktur läuft schlecht
EU-Konjunktur gibt nach
Nachfrageprognosen gesenkt
Libysches Öl soll bald wieder fließen
Markt gut mit Öl versorgt
Staatsschulden in den alten Industrienationen
Fortbestand der EU steht in Frage

Unsere Heizölpreise geben nach. Gestern waren sowohl die Öl- als auch die Devisenbörsen auf der Seite der Verbraucher. Es wurde entgegen der alarmierenden Umstände relativ ruhig gehandelt. Das wird kaum so bleiben. Wir vermuten neue Exzesse am Devisenmarkt. Dem Euro droht wegen der Probleme in und mit Europa eine empfindliche Herabstufung. Die dürfte mögliche Rückgänge der Ölnotierungen übertreffen. In Summe spricht das nicht für sinkende Heizölpreise. Diese bekommen wir vermutlich nur, wenn Panik an den Finanzmärkten ausbricht. Selbstverständlich ist auch das nicht auszuschließen. Die Lage ist nicht schön aber immerhin spannend. Es macht Sinn, den Heizölpreis laufend zu verfolgen, um von einer freundlichen Überraschung Kenntnis zu bekommen. Dabei kann unser Preiswecker hilfreich sein. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dafür gibt es vielfältige Möglichkeiten. Hier ist eine der besonderen Art.

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