Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Preisniveau stabil bis ins nächste Jahr

Trotz neuer Kürzungsankündigungen gelingt es der OPEC nicht, dem Markt eine bullische Note zu geben. Milde Wetterbedingungen und Zweifel an der Kürzungsfähigkeit des Kartells stimmen die Marktteilnehmer eher bärisch. Zur Einrichtung eines Abwärtstrends reicht es aber nicht. So sollte das aktuelle Preisniveau noch einige Zeit fortbestehen. Bis ins neue Jahr wird es mindestes halten. Ähnlich stellt sich die Lage beim Dollar dar. Nach guten Konjunkturdaten aus den USA wurde der vorausgegangene Abwärtstrend teilweise annulliert. Devisehändler gehen davon aus, dass das aktuelle Niveau die Währungsparität gut widerspiegelt.

Zum Jahresende beschäftigt man sich in der Öl- und vor allen Dingen in der Finanzwirtschaft mit den Preisaussichten für das kommende Jahr. Das ist nicht nur ein Spekulationsspiel. Es ist planerische Notwendigkeit. Die Treffsicherheit der Prognosen wird von dieser Notwendigkeit allerdings nicht erhöht. Es deutete sich in den letzten Wochen bereits an, dass man eher sinkende als steigende Preise einplant. Da die Fachleute mit ihren Prognosen meist falsch lagen, läge es nahe, für das Jahr 2007 steigende Preise vorherzusagen. Die Deutsche Bank setzt ihre Angabe in die Mitte der Analystenmeinungen. Sie prognostiziert ein durchschnittliches Preisniveau für in New York gehandeltes Rohöl von 62 Dollar. Das entspricht dem aktuellen Preis. Im ersten Quartal soll der Preis im Schnitt bei 66 Dollar liegen. Die Preisprognose wurde wegen der abkühlenden US-Konjunktur nach unten korrigiert.

Folgt man der langfristigen Geschichte der Ölpreisentwicklung wäre der Beginn einer Niedrigpreisphase in der Tat wahrscheinlich. In Fachkreisen wird das lange Auf- und Ab der Preise Schweinezyklus genannt. Nach den Hochpreisjahren sollte der Zyklus jetzt tiefere Preise bringen. Ob der Schweinezyklus allerdings noch Gültigkeit hat, ist alles andere als sicher. Der möglicherweise entscheidende Unterschied zu früheren Zeiten ist der Grad an bereits erfolgter Öl- und Gasausbeute. Eventuell ist nicht mehr genug Rohstoff da, um die steigende Nachfrage befriedigen zu können. In dem Fall wären Preisrückgänge unmöglich.

Die Einschätzung über den Ausbeutungsgrad variiert stark. Selbst Fachleute, die dem Ölmann und US-Präsidenten George W. Bush nahe stehen, halten es für wahrscheinlich, dass die maximal mögliche Förderung bereits erreicht sei. Matthew Simmons ist so ein Fachmann. Als Begründung gibt er an, dass über Jahre keine neuen großen Öl- und Gasfelder mehr entdeckt wurden. In Saudi Arabien wird beispielsweise 90 Prozent des Öls aus Quellen gefördert, die seit 30 oder 40 Jahren in Betrieb sind. Große Funde wurde nicht mehr getätigt. Und das Land hat kaum noch unerforschte Gebiete.

So pessimistisch ist die Ölgesellschaft Total nicht. In der letzten Woche berichteten wir über die Einschätzung, dass eine Produktionssteigerung bis zum Jahr 2015 möglich sei. Aber selbst der verbleibende Zeitraum von 9 Jahren ist nicht lang, um entspannende Phantasien entwickeln zu können. Frühere Endlichkeitsszenarien betrachteten immerhin Zeiträume von 30 und mehr Jahren. Prominentes Beispiel war die Studie ?Die Grenzen des Wachstums? vom Club of Rome 1972.

Eine eher einfach begründete Prognose für die Preisentwicklung der nahen Zukunft gibt die US-Investmentbank J.P. Morgan ab. Der Ölpreis wird bald wieder im oberen 60-Doller-Segment liegen, weil Investorengelder ihn dort hin treiben. Der Preisrückgang der letzten Monate sei durch Abzug dieser Gelder erfolgt. Nun soll das Geld zurückkommen. J.P. Morgan liegt mit der Einschätzung über dem Schnitt anderer Analysten. Ein Blick auf das Engagement im Ölmarkt zeigt, dass es bereits heute auf einem neuen Hoch steht. Geld ist also im großen Stil eingebracht. Die Verteilung bullisch zu bärisch ist aber recht ausgewogen.

Heute Morgen geht der Gasölpreis weiter zurück. Die Tonne kostet 536 $. Es sieht so aus, als würde zumindest die in einem Seitwärtstrend mögliche Bewegungstiefe ausgenutzt. Die liegt etwa 3 Prozent tiefer.

Unsere Heizölpreise können den moderaten Rückgang am Weltmarkt gut gebrauchen, um die MwSt.-Erhöhung ohne nennenswerten Preissprung zu überwinden. Sie wird für Lieferungen in einem preisgünstigen Transportverfahren mit gut abgestimmter Tourenplanung in dieser Woche greifen. Denn Lieferungen dauern derzeit bis zu zwei Wochen. Damit ist das Thema MwSt. für uns erledigt.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen