Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Preisrückgang ausgebremst

Die Daten über die US-Ölvorräte verhagelten eine mögliche Party vor dem langen Wochenende an der New Yorker Ölbörse NYMEX. Damit ist der laufende Preisrückgang suspendiert. Bis zur nächsten Woche besteht kaum Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Abwärtsbewegung. Die längerfristigen Argumente für einen fallende Preise sind nur unwesentlich geschwächt.

Die schlechte Nachricht kam vom Rohöl. In bemerkenswerter Eintracht verkündeten die beiden berichtenden Institutionen API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) einen deutlich über den Erwartungen liegenden Rückgang der Vorräte von 4,6 bzw. 4,9 Mio. Barrel gegenüber der letzten Woche. Der Rohölvorrat bleibt rund 3% über dem Jahresdurchschnitt und liegt annähend gleich zum Vorjahreswert. Im Drei-Jahres-Chart liegt er rund 5% unter dem Durchschnitt.

Verstärkt wurde der Preisauftrieb aus diesem Segment durch die Importzahlen. Sie sind deutlich zur Vorwoche gefallen und liegen zudem unter den Vorjahreswerten. Ob hierin bereits die OPEC-Kürzungen zum Ausdruck kommen oder ob es sich lediglich um die übliche wöchentliche Schwankung handelt, ist nicht bekannt.

Die OPEC wird nicht müde zu betonen, dass den Märkten ausreichend Öl zur Verfügung steht. Man befürchtet eher eine Überversorgung als einen Mangel. Dabei ist der Blick auf Russland und auf den Irak gerichtet. Von Russland ist bekannt, dass es seine Produktion laufend steigert. Auf Jahressicht sind mehr als 10% zu erwarten. Der Irak bleibt die große Unbekannte im Spiel mit vielen Chancen und mindestens so vielen Problemen. Gestern geriet wieder eine Pipeline in Brand.

Die Bestandsangaben über Heizöl und Diesel divergieren. Gleich ist nur das negative Vorzeichen. Verluste von 1,8 bzw. 0,6 Mio. Barrel wurden gemeldet. Die Vorräte bleiben rund 7% über den Vorjahreswerten, was angesichts der milden Temperaturen erwartungsgemäß ist. Auch auf Sicht von 3 Jahren ist der Vorrat knapp überdurchschnittlich.

Beim Benzin haben beide Institutionen eine ähnliche Sicht der Lage. Sie ist rundum positiv. Plus 2,2 bzw. 1,5 Barrel zur Vorwoche lauten die Notierungen.

Insgesamt geht vom Rohöl ein bullischer und von den Produkten ein bärischer Einfluss aus. Gestern setzte sich der Bulle durch. Es bleibt die durchaus begründete Hoffnung, dass in der nächsten Woche der Bär wieder die Oberhand gewinnt.

Der Dollar zeigte gestern erneut einen seiner Schwächetage. Das kompensierte die Preisbewegung für europäische Heizölverbraucher weitgehend. Die Währung hält sich weiterhin in der Nähe eines Fünf-Jahres-Tiefs auf.

Der Gasölpreis legte gestern zu. Heute Morgen steht er fast unverändert zum gestrigen Schlusskurs bei 252,75$ pro Tonne.

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Regung. Dieser Umstand wird aller Vorrausicht nach mindestens bis Anfang nächster Woche anhalten. Denn bis dahin sind keine nennenswerten Impulse vom Weltmarkt zu erwarten. Aktuell liegen die Preise am unteren Rand eines mittleren Niveaus. Wer Heizöl benötigt, sollte bestellen.

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