Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Preiswende

Wer sein Herz an den Krieg verkauft, muss sich nicht wundern, wenn er es verliert. Solche Botschaften müssen die Ölbroker nun ertragen. Da sie die Preise in letzter Zeit von der realen Marktlage abkoppelten und sie einzig an das Kriegsgeschehen hängten, finden sich viele von ihnen derzeit auf der falschen Seite wieder. Der Klassiker, nachdem das Fell des Bären zu früh verteilt wurde, indem die Preise die rasante Talfahrt vollzogen, bewahrheitet sich wieder einmal.

Die Jubelstimmung droht momentan zu kippen. Und prompt werden weitere Haare in der Suppe gefunden, die bis zum Wochenende einfach ignoriert wurden. Wie einst Venezuela gibt es nun in Nigeria Streiks und Unruhen, ähnliche Motive, gleiche Wirkung. Das Land gehört zu den großen Ölproduzenten. Mit gut 2 Mio. Barrel pro Tag ist es als Lieferant mit den Vereinigten Arabischen Emiraten vergleichbar. Streikbedingt fehlen aktuell gut 0,8 Mio. Barrel an der täglichen Produktion.

Etwas freundlicher hingegen klingt die Nachricht aus dem Irak, nach der nicht die gesamte Produktion danieder liegt. Aus dem Norden des Landes fließt noch Öl über eine Pipeline zu den türkischen Verladeanlagen. Da es sich um eine Kriegsnachricht handelt, ist ihr Wahrheitsgehalt allerdings mit besonderer Vorsicht zu verwenden.

Nüchtern betrachtet ist es allemal gut, dass die Preise nach dem rauschenden Abgang nun drehen. Es muss nicht zwangsweise bedeuten, dass sie von Stund an wieder anziehen werden. Zunächst handelt es sich um eine längst überfällige Gegenreaktion auf die gewaltigen Verluste. Diese kann sowohl zur Stabilisierung eines Abwärtstrends beitragen als auch eine Rückkehr zum Aufwärtstrend bedeuten. Warten wir es ab.

Heute Morgen liegt der Gasölpreis leicht über dem Schlussstand von gestern Abend. Die Tonne kostet 250,75$. Eine Richtung für den Tag ist noch nicht identifizierbar.

Unsere Heizölpreise ziehen wieder an. Es ist zu früh, um Schlüsse für den Fortgang der Bewegung zu ziehen. Unsere von Vorsicht geprägte Empfehlung der letzten Tage passt heute gut in die Lage. Verbraucher, die jetzt oder in naher Zukunft Heizöl brauchen, sollten lieber die aktuelle Verbilligung mitnehmen, als auf weitere kurzfristige Preiseinbrüche zu spekulieren.

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